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(DE 6) 

Sozial und gerecht?

Essay von Hans-Jürgen Kiene

Inhalt (17 A4 S.) 

 Ärmer durch Arbeit? (DE 6.1) -  Lohnt sich die Arbeit in Deutschland noch (DE 6.2) - Was ist soziale Gerechtigkeit? (DE 6.3) -Sozial-Parallelwelten (DE 6.4)  Migranten-Parallelwelten (6.5) - „Fehlentwicklungen“ bei den Migranten? (DE 6.6) - Geldbeschaffung durch Verfassungsfeindlichkeit? (DE 6.7) - Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt? (DE 6.8) -

Ist es sozial, wenn der Schwerstarbeiter dem Spaß- oder Langzeitstudenten - oder dem Juristen oder Politologen - das Studium finanziert, vor allem dann, wenn die Letzteren ihn mit dem Wissen vielleicht noch hereinlegen wollen?
Das Wort sozial ist für Populisten oft das beliebteste Wort. Leider wird es häufig missbraucht.

„Wo Vertrauen fehlt, regiert Unsicherheit, ja Angst. Angst vor der Zukunft ist der sicherste Weg, sie nicht zu gewinnen.“

(Johannes Rauh, Bundespräsident 2004)

Ärmer durch Arbeit? (DE 6.1)

(Angaben, auch wegen lfd. Änderungen, ohne Gewähr für die Richtigkeit)

Ein hohes jährliches Pro-Kopf-Einkommen kann reicher machen. Jede Aufstiegsmöglichkeit über die Ausbildung, über Selbständigkeit und Innovation kann noch reicher, bei Insolvenz aber auch wieder ärmer machen. Der Abschnitt: „Selbstständigkeit“ zeigt deutlich, dass in Deutschland jeder die Möglichkeit hat aufzusteigen. Die Frage ist dabei, ob er es kann und will. ALG II-Empfänger gelten in Deutschland als arm, obwohl sie oft mehr Geld vom Staat erhalten, als wenn sie arbeiten würden. Zusätzliche Schwarzarbeit kann dann wieder reich machen, obwohl die Betreffenden als arm gelten.

Als Beispiel antwortete die Arbeitsvermittlerin P. K.-F. (4. 12. 07 HA) auf einen Zeitungsbericht über einen "armen Kraftfahrer" mit 3 Kindern, der keine Arbeit finden würde, dass es ihr schleierhaft sei, dass ein 34-Jähriger seit vier Jahren keine Arbeit findet: „Stellenangebote im Fahrer- oder Helferbereich sind derzeit reichlich vorhanden. Klar ist, dass sich die finanzielle Situation der Familie auch mit einem Einkommen des Vaters nicht ändern würde, da eine fünfköpfige Bedarfsgemeinschaft mit Arbeitslosengeld II, Mietkostenübernahme und Sozialgeld sowie Kindergeld immer noch mehr Geld zur Verfügung hat als mit einem Einkommen aus Helfer- oder Fahrertätigkeit, das naturgemäß im Niedriglohnbereich liegt.“ Stimmt dies?

Ähnlich sahen noch ein Jahr vor den 2008er Hessen-Niedersachsen-Hamburg Wahlen führende SPD-Politiker das Soziale vielleicht ähnlich dem US-Präsidenten. Sie wurden fast sozial waghalsig: Der im November 2007 zurückgetretene Bundesminister Müntefering für Arbeit und Soziales und spätere SPD Parteivorsitzende beendete Anfang Oktober 2006 in Hamburg seine Rede mit donnerndem Applaus. Alle – und auch die SPD-Parteifreunde - waren von seiner Ehrlichkeit begeistert. Christoph Rybarczyk berichtete (HA 7./8. 10. 06) von einem Politiker der Hoffnung macht: „…Die steuerlichen Bedingungen für Unternehmer müssen mindestens so sein wie im restlichen Europa…“ Und dann erzählte der Arbeitsminister Müntefering von einem Berliner, der 345 € durch Hartz IV bekommt, seine Frau fast 300 €, gut 200 € für jedes Kind. Durch gelegentliches Taxifahren bessere der Mann dann die Haushaltskasse auf. - Der Mann hatte dann viel mehr, als wenn er regulär arbeiten würde, weil er ja Miete und Heizung zusätzlich erhielt.

Der am 7. 9. 08 vom SPD-Vorsitz zurückgetretene Kurt Beck meinte noch 2006 auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt zu dem arbeitslosen Punk Henrico Frank: Wenn Sie sich waschen und rasieren, dann haben Sie in drei Wochen einen Job!" Am 19. 2. 10 berichtete Bild "Enrico Franker (heute 39) bekam frisch rasiert im Januar 2007 einen Job als Hilfsredakteur beim Frankfurter Satellitensender 'iMusic TV'. Er sagt: 'Dort arbeite ich immer noch, habe eine 40 Stunden Woche, bin sehr zufrieden'."

Und noch früher, im Jahre 2005, erhielt der damalige Bundeskanzler Schröder – der wirklich kein USA-Freund war – in seiner eigenen Partei keine Mehrheit für seine Politik-Umsetzung der Lincoln-Rede: „Ihr könnt den Menschen nie auf Dauer helfen, wenn Ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und könnten“, genannt Agenda 2010.  Seine Regierung hatte dazu 2005 die „Hartz-IV-Gesetze“ beschlossen (siehe auch bei "Soziales Deutschland"). Ein Beginn des Wiederaufstiegs des Linken Lafontaine mit der Partei „Die Linke“ mit dem Slogan: „Hartz-IV muss weg!“ (Siehe "Soziales Deutschland" Soziales (Hartz IV)Geld vom Staat).

2008 war die neue Ehrlichkeit des alten Sozialministers (und späteren SPD-Vorsitzenden) Müntefering. Der neue Sozialminister Olaf Scholz präsentierte dann im Juni 2008 stolz seinen neuen Armutsbericht, der aber nur die Armut zur Zeit der rot-grünen Vorgängerregierung aus dem Jahre 2005 aufzeigte. Über Armut war wieder in allen Zeitungen zu lesen. Und tatsächlich wurden alle Lohnempfänger wegen steigender Energiekosten ärmer und alle zusammen zusätzlich wegen steigender Lebensmittelpreise.

Die Redakteurin Irene Jung nannte als zentrale Frage der Gerechtigkeits-Debatte: "Wie bleibt der Sozialstaat sozial - ohne sich ausnutzen zu lassen?" (HA 10. 9. 08)

„Wenn sich Arbeiten kaum noch auszahlt“ überschrieb der FOCUS-Bericht dazu (in 6/10 vom 8. 2. 10) „Die Hartz IV-Falle“ den Vergleich Hartz-IV und Arbeitnehmer.

Schon zuvor, am 22. 1. 10 stellte Bild entsprechende und schwierige Vergleiche an. Die „GROSSE HARTZ- IV- DEBATTE“ (Bild) beschäftigte Politiker, viele Diskussionen und natürlich die Presse. Am 16. 2. 10 ergänzte Bild mit „Darauf haben Hartz-IV-Empfänger Anspruch“ incl. Quellenangaben für jeden Anspruchsposten. Am Anfang wurde beim Bereich Miete (netto, kalt) die hierbei regional unterschiedliche Höhe für zum Beispiel 2 Pers. 60 qm genannt mit: München maximal 563 €, Bottrop 345b €. Einige Presse Vergleichsbeispiele sollen nachfolgend gezeigt werden. Sie wurden zwecks gleichstellender Vergleichbarkeit und Richtigstellung z. T. geringfügig ergänzt. - Zuerst der FOCUS-Vergleich mit Wohnort München, dann der Bild-Vergleich Hartz-IV-Empfänger und Arbeitnehmer, jeweils Eltern mit 2 Kindern.

Beide Vergleiche wurden weiter ergänzt. Ende März merkte einige Personen plötzlich, dass in den vom FDP-Chef Westerwelle negativ zitierten Vergleichen bei den Arbeitnehmern Geld fehlte. Die standen sich zuletzt mit Wohngeld gar nicht so schlecht. Der verbleibende Mietzuschuss ist aber dann erheblich geringer. Es findet sich beim sozialen "Turmbau zu Babel" eben zuletzt kaum noch jemand zurecht, und viele wissen überhaupt nicht, dass sie hier oder da noch Geld bekommen könnten... Bis der soziale Turmbau zusammenbricht.    

Hartz-IV-Empfänger (Eltern, 2 Kinder)   -   Arbeitnehmer (verh. St.-Kl. III, 2 Kinder)

Regelleistungen/Sozialgeld* zus.

1148,00

 

Bruttoeinkommen

2342,21

- Warmwasserkosten

-21,72

 

-Lohnsteuer

-100,50

Wohnhaft in München

 

 

-Arbeitslosenversicherung

-32,79 

Summe 1

1126,28

-Rentenversicherung

-233,05

Miete in München f. 90qm 789,35 

0,00

 

-Krankenversicherung

-185,00

Betriebsk.:  Heizung Kaltw.230,00

0,00

 

-Pflegeversicherung

-22,84

Kranken-, Renten-, Pflegev.

0,00 

 

Summe 1

1768,03 

2 xMaterial+Klassenfahrt /12  Kind

+25,0

 

-Werbungsk.80+Heizg 40.-Kind-25

=-65 -Hzg.Kaltw.Betriebsk. 230,-

-295,00

Summe 2

1151,28

 

+ Miete - Mietzuschuss 789,35-45,00 Mietzuschuss incl, Hzg. 

-744,00 

Arbeitnehmer Summe2

-1097,03

 

+ Kindergeld

+368,00

Arbeitnehmer- 54,25+GEZ 18 €  

72,25 

 

Summe 2

1097,03

Anm:  *) , Mieten sind meistens entsprechend dem Mietabschlag preiswerter als in München. Das Schulkind (Hartz IV) erhält 100 €/Jahr für Material. Kosten für Klassenfahrten werden voll gezahlt. Beispiel: 100 € x 2 Kinder + i. M. 100 € f. Klassenfahrt = 300 €/12 = Der Arbeitnehmer ist Fach-Handwerker (Dachdecker) mit mehrjähriger Ausbildung.  

Der arbeitende Fachhandwerker hat mit Familie also in München immer noch rund 70 €/Monat weniger als die Hartz-IV-Familie. Dafür immer früh aufstehen, immer malochen. Würde der arbeitende Facharbeiter stattdessen etwas schwarz oder in geringer Teilzeit 400 € hinzuverdienen, hätte er insgesamt € 470 € im Monat oder 5.640 € pro Jahr oder in 20 Jahren 112.800 mehr als der ca. 40 Stunden arbeitende Fachhandwerker. Reichtum durch Armut.

Jedoch darf sich der deutsche Sozialgeld-Empfänger nur wenig Geld zurücklegen (siehe bei "soziales Deutschland"). Anders ausländische Empfänger. Ihr in der Heimat angelegtes Geld merkt hier keiner. So sollen sich auch rund 200 Sozialgeld-Empfänger dafür schon in der Türkei ein eigenes Haus gekauft haben. Die ausländischen Jugendlichen sparen hier die Bundeswehr, in der Heimat können sie sich wahrscheinlich, wie berichtet wird, leicht freikaufen. Sie haben es besser - und in Berlin vielleicht noch besser. Doch davon später.

Der FOCUS-Bericht über die Hartz IV-Falle stellte deshalb auch einen Tischler vor, der es für angenehm hielt, erst um 12 aufzustehen – und sich mit Schwarzarbeit Reisen nach Mexiko und Thailand erlauben zu können. Er wusste auch, wie man sich Zuschüsse erschleicht und einen Stapel nicht ernst gemeinter Bewerbungen vorlegt.

Schon vor 30 Jahren erzählte dem Berichterstatter ein leitender Baufachmann, dass seine „allein erziehende“ Schwester staatlich unglaublich viel mehr Geld erhalten würde als durch Arbeit. Der Chef eines großen Tiefkühlkostbetriebes sagte, dass immer wieder vom Arbeitsamt geschickte Personen zuvor Alkohol getrunken hätten, um nicht eingestellt zu werden. Bei einem Urlaub im 3 *** Hotel auf Gran Canaria kam dann auch ein Sozial-Trinker, der meistens laut war, dem der Urlaub (damals alle 2 Jahre) vom Sozialamt bezahlt wurde, und der dann an den Armensiedlungen mit Wellblech vorbei gefahren wurde. Der Unternehmer mit 15 Beschäftigten übernachtete auch im benachbarten 3 *** Hotel. Er hatte nicht mehr zum Verleben übrig

Die Bild-Zeitung brachte am 22. 1. 10 die „DIE GROSSE HARTZ-IV-DISKUSSION“: Dazu wurden auch Beispiele mit Arbeit und Nichtarbeit von Instituten gebracht. Hiervon soll nur eins (ergänzt) wiedergegeben werden. Der Arbeitnehmer ist im produzierenden Gewerbe tätig. Inzwischen wurden die Regelsätze angehoben.

 

Hartz-IV-Empfänger (Eltern, 2 Kinder)   -   Arbeitnehmer (verh. St.-Kl. III, 2 Kinder)

2xRegelsatz Erwachsene

646,00

 

Bruttoeinkommen

2133,00

+Regelsatz Kind 1

215,00

 

Nettoeinkommen       Summe  1 

1639,77

+Regelsatz Kind 2

251,00

 

 -Werbungskostenpauschale

-75,00

  Summe 1

1126,28

 

 - Kind Material + Klassenfahrt 

-25,00

+Kind  Material + Klassenfahrt

+25,00

Mietzuschuss d.Wohngeld + Hzg. 

+82,00

+ Miete, Heizung, Kaltw.  518,00

0,00

 

+Kindergeld

+368,00

+Kranken-, Renten-, Pflegev.

0,00

 

-Miete, Heizung, Kaltwasser

 -518,00

GEZ

0,00

 

 GEZ

-18,00

Summe 2 

1151,28 

 

Summe 2: 

1453,77

 

Der arbeitende Fachmann hat hier also mit seiner Familie monatlich  1453,77 - 1151,28= 302,49 € mehr als der Nichtarbeitende. Der große Unterschied gegenüber dem 1. Beispiel liegt, trotz Mietzuschuss (oft Wohngeld genannt), allein in den hohen Wohnungskosten, die im teuren München bei Hartz-IV der Steuerzahler übernimmt.

 

Lohnt sich die Arbeit in Deutschland noch? (DE 6.2) 

(Angaben ohne Gewähr für  Richtigkeit und völlige Aktualität)

Hier kann man immer noch sehr gut leben und muss nicht einmal wieder arbeiten", warf Faruk ein.' - Viviane Cismak in ihrem Buch SCHULFRUST in Berlin-Kreuzberg. - So fing dieses Portal an. Tatsächlich lautet die Frage:

Ist es sozial und gerecht, wenn es sich lohnt, auf Kosten der Arbeitenden nicht zu arbeiten? Tatsächlich hat es den Anschein, dass es Kulturen gibt, die es für sozial und gerecht halten. Die genannten Parallelwelten sollten nur auf eine spätere Parallelgesellschaft einstimmen, die vielleicht den Staat und seine Verfassungsgrundlage grundlegend beschädigen können (siehe auch www.nachhaltige-ökonomie - Wachstumsgrenzen). Doch zuvor noch weiter mit der Frage "Lohnt sich die Arbeit in Deutschland noch?

Beim ALG-II sind die Zusatzleistungen oft höher als die Regelsätze, ein Hauptgrund für die in Deutschland höchsten Sozialleistungen in der Welt, mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das nur halb so hoch ist wie in Luxemburg. „Sozialabgaben und Inflation fressen die Lohnsteigerungen auf“, titelte das Hamburger Abendblatt (25. 9. 07 ryb) und zitierte den Direktor Hickel des Instituts für Arbeit und Wirtschaft der Uni Bremen mit „Dazu kommen steigende Preise, höhere Sozialabgaben und Steuern.“ Arbeit lohnt in Deutschland oft nicht.

Gerade die angeblich zu fördernden Kinder mit Migrationshintergrund werden dadurch noch weiter nach unten gezogen. Die gilt vor allem dann, wenn die Kinder lernen, dass man ohne Arbeit mehr Geld erhält als derjenige, der um 5 Uhr zur Arbeit fährt. Besonders interessant wird die Nichtarbeit, wenn durch Zusatzverdienst geradezu Reichtum einkehrt. Ein türkischstämmiger Lehrer für Problemkinder in Hamburg sagte dazu einem Redaktionsmitglied: „Wenn die Eltern morgens nicht aufstehen, weil sie vom Sozialstaat leben, lernen es die Kinder auch nicht und kommen erst um 10 in die Schule.“

Zusätzlich lernen sie noch, dass die Nichtarbeit oft mehr Geld bringt als eine Arbeit mit niedrigem Lohn. Vor allem dann, wenn sie durch Schwarz-, Mindestlohnarbeit oder Verbrechen ergänzt wird. Wohlgemerkt: Viele arbeiten trotzdem und gut. Beispielsweise sind heute die besten Putzer und Estrichleger im Bauwesen, zumindest im Westen, oft türkischer Abstammung.

Der Bericht der Integrationsbeauftragten Böhmer vom 9. 6. 09 mit den Daten von 2007 für die Zuwanderer unterstreicht dies: Kriminalität 5,5 % (2,7), Arbeitslosigkeit 20,3 % (10,1), Sozialhilfe oder ALG II 21,1 % (9,5 %), kein Schulabschluss 16 % (7,3) – in Klammern die Zahlen der Gesamtbevölkerung.

Eine frühere Sozialamts- jetzt ARGE-Mitarbeiterin berichtete, dass immer wieder bestens gekleidete Empfänger viel Geld gehabt hätten. Einem ging sogar einmal ein Koffer voller Geld auf, und der „König der Unterwelt“ einer norddeutschen Großstadt war gleichzeitig als ALG II-Empfänger bekannt. Dealer und Terroristen bevorzugen meistens ebenfalls diese beiden Einnahmequellen. Jugendliche mit Migrationshintergrund fremder Nationalität werden durch angebliches Sozialdenken in eine Parallelgesellschaft mit erhöhter Kriminalität getrieben.

Gerade die eingangs im Buch SCHULFRUST genannten türkischstämmigen Schüler in Berlin-Kreuzberg - oder auch in Berlin-Neukölln - sind nicht dümmer, sondern wohl sogar klüger, wenn die Buchautorin beschreibt, dass fast nur diese Schüler sich die Auslandsklassenfahrten erlauben konnten, weil diese erheblich vom Jobcenter bezuschusst wurden. Als die Fahrten dann ausfielen, behielten sie das Geld. 

Alle Politiker hatten Zugriff auf die Ende 2007 erschienene OECD-Studie über Arbeitslosigkeit. Hierin wurdw berichtet: Die Leistungen für Langzeitarbeitslose liegen in Deutschland über dem Durchschnitt großer Industrieländer. Je nach Haushaltstyp hätten in Deutschland Langzeitarbeitslose und deren Familien sogar weniger Geld in der Tasche, wenn sie schnell einen bezahlten Job annehmen, statt weiter vom Staat zu leben. Der nachfolgende Einkünftevergleich soll dies untersuchen. 

Um dies zu verbessern, beschloss bereits die Große Koalition das "Bürgerentlastungsgesetz", das mit dem "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" von Schwarz-Gelb noch erweitert wurde. Ab 1. 1. 2010 wurden z. B. ledige Arbeitnehmer um 180 €  pro Jahr (bei 1.600 € Brutto/Monat) bis 1.356 € pro Jahr (bei 6.400 € Brutto/Monat), alleinerziehend 1 Kind um 408 € pro Jahr bei 1.788 € Brutto/Monat, Ehepaar 1 Einkommen 2 Kinder um 480 € pro Jahr bei 1176 € Brutto/Monat entlastet. Hinzu kamen noch höhere Freibeträge und ein um 20 € erhöhtes Kindergeld.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt monatlich ab 1. 1. 10: Für das 1. u. 2. Kind 184 €, für das 3. Kind 190 € und für die weiteren 215 €. (Quelle dpa in t-online 24. 12. 09). Der Kinderfreibetrag wurde von 6024 auf 7008 €/Jahr erhöht.

 

Einkünftevergleich / Monat in € ALG -Empfänger und Arbeitnehmer  

Die untere Zeile zeigt jeweils den Rest zum Leben  - Angaben ohne Gewähr, sie können wegen unterschiedlicher Abzüge ca. in 10er €- Bereichen differieren. Genaue Angaben zu Steuern: Steuerberater oder Lohnsteuerhilfe, Sozialzuwendungen www.bmas.de , Wohngeld ist ein Zuschuss zur Wohngeldbelastung aus Miete oder Wohneigentum www.bmvbs.de . Arbeitslosengeld www.arbeitsagentur.de

 

 

 

Gesetzlich

Einkommen

Kraftfahrer

Gehalt oder

höheres

 

 

arbeitslos

Mindestlohn

mit Arbeit

hoher Lohn

Gehalt

Nr.

Familie

ALG-II in € gesamt

Einkünfte 160Std.x7,5€

Einkünfte - 160Stdx10,7€

Einkünfte 160Stdx13,5€

€ 2500/Monat =€ 30.000/Jahr

 

Ehefrau arbeitet nicht

 

St. Kl. III

St. Kl. III

St. Kl. III

St. Kl. III

 

ALG II/Lohn

359,0

1200

1712,0

2160,0

2500,0

 

  Kinderfreibeträge****

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

 

Partner/Ehefrau

323,0

0,0

0,0

0,0

0,0

 

4. Kind 10 Jahre alt

251,0

215,0

215,0

215,0

215,0

 

3.  Kind 13 Jahre alt

251,0

190,0

190,0

190,0

190,0

 

2.  Kind 15 J.

287,0

184,0

184,0

184,0

184,0

 

1. Kind 16 Jahre

287,0

184,0

184,0

184,0

184,0

 

Fahrt zur Arbeit

0,0

-54,0

-54,0

-54,0

-54,0

 

Abzug Lohnsteuer

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

 

Abzüge sozial *

0,0

-242,0

-349,5

-453,60

-525,0

 

Zuschuss Wohngeld ca.

0,0

+279,0

+185,0

+100,0

50,0

 

Heizung +Miete Arge           

-821,0

0,0

0,0

0,0

0,0

 

Heizung +Miete

821,0

-821,0

-821,0

-821,0

-821,0

 

Wasser/Abwasser

0,0

-50,0

-50,0

-50,0

-50,0

 

GEZ (Rundfunk, TV)

0,0

-18,0

-18,0

-18,0

-18,0

 

Zum Lebensunterhalt:

1758,0 

1067,0 

1377,,5 

1636,40

1785,0 

 
DE 5.5.2

*Rentenversicherung 21,9/2%, Krankenversicherung 15/2%, Pflegegeldversicherung 2,5%, Arbeitslosenversicherung 3,2/2% = zusammen abgerundet 21 %. ** Für die Familie übrig für Essen, Trinken, Rauchen, Kleidung, etc. ****Kinderfreibeträge ergeben keine Steuern. 

Der ALG II Empfänger hat mit Kindern oft erheblich mehr als der Arbeitende. Beim obigen Beispiel fast genau so viel wie der Besserverdienende mit € 2.500/Monat oder € 30.000,- /Jahr. Bei zusätzlichem 1 € Job, 400 € Job oder Schwarzarbeit wird es noch mehr. Der 1 € Job ist aber unbeliebt, weil dann evtl. eine Monatskarte abgeht. Schwarzarbeit soll deshalb beliebeter sein. Diese in der Welt höchsten Sozialleistungen werden zukünftig, bei evtl. sinkenden Renten, immer öfter höher als die Renten sein. Die große Geldverteilung ergab 2009 über 1,5 Billionen Staatsschulden. DER SPIEGEL titelte dazu am 8. 6. 09: "Der geplünderte Staat".

Schon rund die Hälfte der Bundesbürger erhielten Ende 2009 staatliche Zuwendungen, wie ALG I und II, Wohngeld, Aufstockung, Kindergeld etc. - und die Schulden wurden und werden immer mehr.

Die Zeitschrift FOCUS stellte zum Thema (in Nr. 46/11 von Ulrike Plewnia) eine allein erziehende Frau aus Berlin mit 3 Kindern vor: "Zu reich zum Arbeiten" hieß die Überschrift. Und 9,23 EURO müsste sie mindestens verdienen um an den Hartz IV-Satz heran zu kommen. Dabei waren einige Zuwendungen noch nicht einmal gerechnet. Beispielsweise erhieten ihre Jungs bei der "Arche" kostenlos Mittagessen und Nachhilfe-Unterricht.

"Dieser Fall ist beispielhaft in Berlin", hieß es dann. Und weiter: "Denn nirgendwo in Deutschland ist die Quote der Hartz-IV-Bezieher höher als in der Hauptstadt. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung lässt sich hier vom Staat alimentieren. ...In manchen Gegenden von Berlin-Neukölln wächst mehr als die Hälfte der unter 15-Jährigen in Hartz-IV-Familien auf. An der dortigen Löwenzahn-Grundschule sind 98 Prozent der Eltern 'Hartzer'.... - Es kann also finanziell sinnvoller sein zu 'hartzen' als einer geregelten Arbeit nachzugehen. Nach dieser Einsicht handeln - selbstverständlich auch im Rest der Republik - unzählige Arbeitslose, auch viele Clans von Zuwanderern, die sich mit Hartz IV und ein bißchen Schwarzarbeit in ihrer neuen Heimat Berlin lukrativer einrichten als in der früheren."

In den meisten Ländern würden diese Zuwanderer allerdings, außer in Deutschland, in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Hier fordern einige Parteien dagegen schon eine doppelte Staatsbürgerschaft, um noch mehr Rechte, ohne Pflichten, zu verteilen. In Deutschland leiht man sich das Geld (Neuverschuldung) dann von den Kindern - und nennt dies "soziale Gerechtigkeit".

 

Was ist  soziale Gerechtigkeit?  (DE 6.3)

Der frühere Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbrich, brachte es auf den Nenner: „Auf die Perspektiven kommt es an!“ – Wenn fast alle fast leere Läden sehen, wenn fast alle erst nach 15 Jahren einen Trabbi erhalten, wenn die Partei fast alle gleichmäßig zensiert (Ralph Giordano und andere DDR- Schriftsteller waren darüber zuerst sehr erstaunt), wenn der Lehrer rund 1000 DM-Ost = 250 DM-West = rund 200 EURO heute, also weniger als die Hälfte von Hartz IV erhält (denn dort werden Miete und Heizung zusätzlich bezahlt), wenn man solidarisch auf die nächste Lieferung wartet – und so weiter - - dann ist dies wieder fast soziale Gerechtigkeit – vor allem dann, wenn fast alle gemeinsam verhungern, wie wir es in Nordkorea, dem früheren (Rot-) China und anderen kommunistischen oder sozialistischen Ländern erlebten und erleben, während sich in Südkorea oder Taiwan ein gleiches Wirtschaftswunder wie in der westdeutschen Bundesrepublik in sozialer Marktwirtschaft entwickeln konnte.  

Als der genannte Schriftsteller und Sohn einer jüdischen Mutter, Ralph Giordano, nach dem 2ten Weltkrieg bei den ebenfalls verfolgten Kommunisten in der DDR die Gerechten suchte, wurde er bitter enttäuscht. In seinem Buch „Erinnerungen eines Davongekommenen“ schrieb er 2007: „Ich hatte zur Internationalen der Einäugigen gezählt. Angehöriger ihrer linken Fraktion, die so blind war, wie die rechte.“ Leider ist diese Fraktion noch nicht ausgestorben.

Trotzdem fandt die "linke Fraktion" wieder Anhänger, weil sie ja durchaus Themen aufgriff, die ihr auch Wähler zuführten. Allerdings stagnierte dann die Zustimmung, weil die Bürgermehrheit die Probleme erkannte - und in Berlin die Hartzer, da die fremdeStaatsbürgerschaft dies verhinderte, ja auch oft keine Wähler sind. Das Ergebnis war die Abwahl und eine neue SPD-CDU-Regierung.

Das Problem soziale Gerechtigkeit ist eben sehr schwierig: Ein Beispiel: Arbeitgeber und -nehmer zahlen paritätisch in die Arbeitslosenversicherung ein. Schon nach einem Jahr Arbeit erhält der/die Arbeitslose dann für ein Jahr das sogenannte Arbeitslosengeld I. Hat der Arbeitslose zuvor 30 Jahre eingezahlt, ist 51 Jahre alt und bekommt nicht bald eine neue Arbeit, weil es das Alter oder das  Kündigungsschutzgesetz verhindern, muss er vielleicht sein Haus verkaufen, wenn er so dumm war, eins zu ersparen oder überhaupt zu sparen. Sozial ist dies sicher nicht. Nicht umsonst ist das Immobilienvermögen im EU-Vergleich in der Bundesrepublik am geringsten. Wegen der hohen Abzüge liegt aber auch das Gesamtvermögen weit unterhalb des EU-Durchschnitts (Quelle: Dresdner Bank in HA 6. 9. 07).

Bisher wird noch jede Geldverteilung, auch ohne Arbeit, als sozial oder zumindest wählerwirksam eingestuft. Dazu zählt sicher auch der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens von vielleicht 600 oder 850 €. Wahrscheinlich würde ein solches Grundeinkommen auch von demjenigen, der morgens um 5 Uhr zur Arbeit fährt, als unsozial angesehen werden. Er würde schnell seine Arbeit aufgeben und – wie viele andere auch – morgens im Bett bleiben. Später schaltet er stattdessen vielleicht den spannenden Krimi an, trinkt dazu Alkohol und lebt dann ohne Arbeit schon rein statistisch rund 7 Jahre weniger.

Sozial wäre es stattdessen, wenn alle arbeiten würden, die es noch können und wollen. Wenn die Schulausbildung nicht nur durchlässiger, sondern auch fördernder und fordernder wäre. Die Asiaten sind uns vor allem wegen der größeren Disziplin bei einer dadurch oft intensiveren Ausbildung überlegen.

Arbeit ist auch nach Eintritt der Wirtschafts- und Schuldenkrisen noch reichlich vorhanden: Rund 1 Million offene Stellen wurden noch im Februar 2008 gemeldet - und 2011 waren es genau so viele und wurden mehr.. Oft ist und war die doppelte Anzahl vorhanden, weil viele Firmen die offenen Stellen nicht an die Arbeitsagentur melden oder meldeten. Die EU wollte noch qualifizierte Arbeitskräfte aus Asien und Afrika befristet mit der „Blue Card“ herein lassen, die dort dann zur Entwicklung fehlen werden. Oliver Santen kommentierte dies am 14. 9. 07 in Bild mit Worten wie: „Brauchen wir angesichts von (damals) 3,7 Millionen Arbeitslosen wirklich eine massive Zuwanderung…Schon 2014 fehlen rund 100.000 Ingenieure, aber zusätzlich auch schon jetzt Krankenschwestern, Computer-Experten 45.000 (zur CEBIT 08) und viele andere Arbeitskräfte….Gleichzeitig muss aber jede Anstrengung unternommen werden, um auch in Deutschland wieder ausreichend Fachkräfte auszubilden.“

Dies passiert aber nach Meldung vom Juli 2008 offensichtlich nicht: Der Fachkräftemangel hatte sich so verschärft, dass viele Betriebe (lt. Umfrage ASU und BJU für die "Wirtschaftswoche") Aufträge ablehnen müssen. 60 % der Mittelständler haben danach freie Stellen. 43 % der 450 befragten Firmen erklärten dazu, es wären Bewerber vorhanden, deren Qualifizierung aber nicht ausreichend gewesen. 19 % der Firmenchefs sprachen von zu hohen Lohnforderungen. Der BJU-Vorsitzende Martin sagte dazu der Wirtschaftswoche: "Wenn sich der Fachkräftemangel weiter verschäft, gerät die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft ernsthaft in Gefahr", und forderte eine Modernisierung des Zuwanderungsrechts zugunsten qualifizierter Kräfte (AP in HA 30. 6. 08). 

Anfang 2009 änderte ein gewaltiger Auftragseinbruch im Maschinen-, Schiffs und Autobau das Bild. Trotzdem waren und sind noch reichlich offene Stellen vorhanden. Und Mitte 2010 war der Auftragseinbruch zum großen Teil wieder weg. Es wurde nach Lehrlingen und Arbeitskräften, vor allem auch ohne Hochschulausbildung, gerufen. Doch neu Länderregierungen planten Mitte 2010 schon wieder an teuren "Bildungsreformen" mit neuen Problemen. Nur an ein Ende der 20 % Hartz-IV Absolventen dachten sie nicht. Und daran, dass kein Arbeitender mit Kindern wegen des Schul-Chaos umziehen konnte, dachten sie auch nicht, weil die Bildungsminister ja Beamte waren. Und daran, dass es höchst unsozial sei, wenn die zuletzt noch Arbeitenden beispielsweise den Jura- oder Politikstudenten ihr Studium incl. ihrer dann fehlenden Abgaben finanzierten, dachten sie auch nicht. Jeder von ihnen rief: "Mein Kampf!" - Nur an Zusammenarbeit und die Konsultation von Fachleuten, wie Prof. J. Baumert, dachten sie nicht. Wie können wir da noch die "Deutsche Zukunft" erringen, die in diesem Abschnitt "Ohne Ausbildung zum sozialen Untergang" führt.

Zusätzlich zu der damals einen Million offener Stellen, der weiteren nicht gemeldeten offenen Stellen, fehlen weitere rund 1 Million Arbeitskräfte, die nur aus Ersparnisgründen nicht beschäftigt werden, die eingespart werden und darum die im gleichen Beruf beschäftigten zwingen, teilweise bis zur Erschöpfung zu arbeiten: Mindestens 100.000 Altenpfleger gehören dazu, die 600.000 vorhandenen Pflegekräfte erhalten ab 1. August 2010 einen Mindestlohn von 8,50 €/Std. und im Osten 7,50. Als "Harzer" würden sie gemäß der Aufstellungsbeweise oft mehr erhalten. 7.000 Polizisten werden dringend gefordert, die werden allerding für die Schulreformen, wie in Hamburg abgebaut, obwohl dort in den Migrantenvierteln die Gewalt einschließlich Morden eskaliert.

An Schulen, Universitäten, bei der Nachqualifizierung Jugendlicher ohne Schulabschluss und der 4 Millionen Analphabeten könnten arbeitslose Geisteswissenschaftler eingesetzt werden.

Anfang Dezember 2007 klagte die Industrie über 45.000 fehlende IT-Kräfte. Daraufhin beklagte ein Professor im Leserbrief, dass an seiner Hochschule die Hälfte der IT-Studienbewerber abgewiesen würde, weil man Ausbilder einspare. Und weiter: 2.000 zusätzliche Steuerfahnder würden für mehr Steuergerechtigkeit sorgen - und so weiter – und so fort .

Die Probleme begannen schon 1968 mit neuem und oft falschem Denken, vor dem schon 1968 der dem Bundeskanzler Willi Brand folgende Kanzler Helmut Schmidt warnte:

„Wir haben zu viele Soziologen und Politologen. Wir brauchen mehr Studenten, die sich für anständige Berufe entscheiden, die der Gesellschaft auch nützen“ (Helmut Schmidt 1968 d. M. Küchen in HA 13. 9. 07).  

Doch auch die vielen arbeitslosen Politologen und Geisteswissenschaftler wären dringend nötig, um wirklich allen Personen Lesen, Schreiben, Rechnen einschließlich eines Schulabschlusses beizubringen. Einige Politologen denken allerdings oft stattdessen daran, doch noch "an die Macht" zu kommen, um sich dann - nach einem oft langen Studium - wieder vom Volke aushalten zu lassen.

Ein Beispiel zur Geldeinsparung: Wenn ein ALG-II Empfänger beispielsweise einschließlich Miete, Heizung, Krankenkasse und Altersvorsorgeanteil  jährlich rund 11.500 € kosten würde, könnten bei 2 Millionen zusätzlich arbeitenden ALG-II Empfängern 230 Milliarden gespart werden, die stattdessen zusätzlich in die Beschäftigung und Ausbildung  investiert werden könnten.

Die eingesparten Milliarden entsprechen ungefähr den gesamten Bundeseinnahmen des Jahres 2006 (232,8 Mrd.). Im Jahre 2007 kam der Bund durch 22,9 Mrd. Mehreinnahmen dann auf 256 Milliarden Einnahmen. Die Nettokreditaufnahme betrug dabei immer noch 14,3 Mrd. €, lag damit aber fast 50 % unter dem Vorjahr (gem. Monatsbericht BMF 2/08). Die 230 Mrd. € entsprechen aber rund dem Bundeshaushalt 2010, in dem man sich allerdings, vor allem wegen der hohen Soziallasten, mit rd. 100 Mrd. auf Kosten der Rentner, Kinder und Kindeskinder neu verschuldet. 

Ein anderes Beispiel zur Geldeinsparung: Würden beispielsweise die Hochschullehrer um ¼ aufgestockt - und dafür  gleichzeitig die Studienzeiten um 2 Semester verringert werden, oder stattdessen fehlende Ingenieure ausgebildet werden, hätten wir entsprechend wieder mehr Beitragszahler für die Sozialkassen und man könnte wieder mit 65 in Rente gehen. Das klingt zu einfach und ist schon deshalb kaum durchführbar.

Wir bauen stattdessen weiter an unserem „Turmbau zu Babel“, wie beispielsweise dem Gesundheitfond oder der Kopfpauschale oder der Gesundheitskarte, der zwecks Turmbaukosten die Krankenkassenbeiträge zuerst auf auf 15,5 % erhöhte - mit steigender Tendenz (siehe auch www.naturheilkunde-heilt.de).

Bei eingesparten Geldern im Sozialhaushalt müsste der Bundeshaushalt verringert, die Steuern gesenkt, die Beamten abgebaut - oder zumindest die Wirtschaftskrisenschuldenlast verringert werden. Aber dies geht kaum. Der Erfolg eines Leiters besteht in mehr und nicht weniger Geldverbrauch. Und vor jeder Wahl ist zusätzlich die "soziale Gerechtigkeit" das Aushängeschild. - Stattdessen müsste die Arbeit an einer nachhaltigen Ökonomie (siehe www.nachhaltige-ökonomie.de) das Aushängeschild werden.

Marina Küchen schrieb dazu 2007: „Die Sozialdemokraten positionieren sich wieder links.“ Und im Leitartikel dazu: „Noch mehr Staat“ (HA 25. 9. 07). SPD und Grüne bemängelten die drei Jahre zuvor als Regierung selbst beschlossenen Gesetze, indem sie, ohne Rücksicht auf mehr Bürokratie und Ausgaben, alles Mögliche zu den Wahlen 2008 versprachen, jedem das Seine - und teilweise, zusammen mit der Linken, sogar den vor 18 Jahren untergegangenen Sozialismus.

Schon bald nach dem 2007er Parteitag der SPD ging die Geldverteilung bei der GAL weiter: Die GRÜNEN beschlossen auf  ihrem Parteitag (am 25. 11. 07) im Sozialbereich eine Grundsicherung, die auch ALG-II auf 420 € erhöhen und den Kinderregelsatz auf bis zu 350 € anheben soll. Geld schien in der Opposition überhaupt keine Rolle mehr zu spielen, obwohl viele Forderungen sicher logisch und gut waren, wie beispielsweise „mehr für die Ausbildung“ zu tun. Der Pressekommentar von Marina Küchen (HA 26. 11. 07) lautete deshalb auch: „Grüne rücken deutlich nach links.“ Der rechnende Delegierte Oswald Metzler trat daraufhin aus der Partei aus. Rechnen ist in der Opposition selten gefragt.

Dies alles reichte scheinbar der laut „SPIEGEL“ „fröhlichen Sozialistin“ Drohsel noch nicht (DER SPIEGEL 50/2007). Sie hatte allen Grund fröhlich zu sein, gehörte sie doch als Lehrer-Beamtenkind zum oberen Teil der (laut Lauterbach) „Zweiklassengesellschaft“, bekam dadurch ihre Ausbildung zum Teil vom Steuerzahler bezahlt, konnte dann mit 27  promovieren und bekäme nach 2 Jahren Arbeit fast doppelt so viel ALG I wie derjenige, der 10 Jahre für die Hälfte ihres Gehalts gearbeitet hat, um ihre Ausbildung, ihr eventuelles ALG I und die ALG II-Empfänger mit zu finanzieren. Doch zu letzterem sollte es nicht kommen, weil sie im November 2007 sogar zusätzlich zur Juso-Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Das macht doch sehr fröhlich. Diese Fröhlichkeit wollte sie dann auch anderen vermitteln - und, ähnlich den GRÜNEN, erst wieder einmal die Sozialausgaben erhöhen.

Nach  Franziska Drohsel sollen die Deutschen aber noch fröhlicher werden. Dazu hatte sie sich mit dem „Kapital“ von Marx beschäftigt und mit Engels „Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“ (M. Feldenkirchen in DER SPIEGEL 50/07). Als die Wissenschaft dann 1990 zur Utopie wurde, war sie noch ein Kind und merkte es nicht. Später dann vielleicht auch nicht, weil sie den Sozialismus, wenn auch demokratisch beginnend, durch die SPD anzustreben, oder für das Fortkommen in der Politik, für richtig hielt.

Was ist sozial? Konrad Adam schrieb dazu in seinem Essay „Mitte ohne Anwalt“ (2. 9. 06 DIE WELT) mit dem Untertitel: „Die Leistungsträger der Gesellschaft werden vom Staat doppelt drangsaliert: Er nimmt ihnen ihre Freiheit und ihr Geld.“

Und weiter - unter anderem: „…Schon heute lebt knapp die Hälfte aller Haushalte in Deutschland ganz oder überwiegend von Zuwendungen aus öffentlichen Kassen….- und er zitiert den Kölner Soziologen Fritz Scharpf zur Hartz-IV-Reform, der die ‚Armut per Gesetzt’ nicht bei den  so genannten Armen, wie den Langzeitarbeitslosen ohne berufliche Qualifikation, ermittelte. Verlierer der Reform hingegen sei die breite Mittelschicht der Kleinunternehmer, der Facharbeiter und der Angestellten, die ihre bis dato sicher geglaubten Ansprüche verloren hätten….Der durchschnittliche Volksvertreter sieht seine vornehmste Aufgabe darin, mehr Geld auszugeben, nicht weniger…“  Doch den Spaß können wir uns nicht mehr erlauben. Auch er führte in die Finanzkrise oder bewirkt die nächste.

Man hält sich bei der sozialen Gerechtigkeit meistens bei der Vergangenheit auf, obwohl die Zukunft lange begonnen hat. Die Portale www.nachhaltiges-handeln.de und dort "Das Leben erhalten" - sowie www.nachhaltige-volkswirtschaft.de  zeigen deutlich: 

Die Grenzen des Wachstums sind erreicht. Die Finanzkrise mit der nachfolgenden Wirtschaftskrise war und ist eine Nachhaltigkeitskrise. Die Nachhaltigkeitskrise verlangt: "Haltet inne, immer größere Autos zu bauen, um den Globus zu fahren und zu fliegen, immer mehr Energie zu verbrauchen, immer mehr Abfall zu produzieren, die Meere zu verschmutzen und leer zu fischen, die Wälder abzubrennen und so weiter - haltet inne!" - Die Marktwirtschaft machte die Krise sichtbar, bei der alle Fehlplaner nun wieder nach dem Staat rufen.

Durchgehend wurde aufgezeigt, dass eine Zukunft nur mit der Arbeit aller zu erreichen ist. Aber mit nachhaltiger Arbeit (siehe auch www.nachhaltige-volkswirtschaft.de Arbeit für alle ff).

 

"Sozial-Parallelwelten" (DE 6.4)    

Die Bild-Zeitung nahm sich schon Anfang September 2008 der Sozial-Pallelwelten an und berichtete unter anderem von einer Bau-Razzia in Berlin, bei der von 19 Arbeitern 11 als Schwarzarbeiter mit gleichzeitigem ALG II Bezug ermittelt wurden. (Siehe zur strafrechlichen Seite auch Gesetze+Moral.)

Im gleichen Monat wurde (wohl auch zur Empörung der Arbeitenden in BILD) eine so genannte Hartz-IV-Abzockerin aus Berlin abgebildet, die beim Vermieter Miete und Heizung nicht bezahlte, die Wohnung an 15 Ausländer a 100 € untervermietete - und dazu noch monatlich 1499 € vom Jobcenter für ALG II, Miete + Heizung erhielt (und behielt). Allein für dieses Geld hätte sie über 2000 €/Monat durch Arbeit verdienen müssen.

Diese Beispiel-Hartz-IV-Abzockerin betrog also einmal den Staat, weil die Zusatzmieten ohne Versteuerung kassiert wurden und sodann den Vermieter einschließlich Staat, weil sie Miet- und Heizungsgelder nicht weiter leitete. Wenn der Vermieter deshalb eine Räumungsklage anstrebt, wird ihr vielleicht noch ein Anwalt auf Staatskosten gestellt. Dafür bezahlen dann die Arbeitenden mehr Steuern und Sozialabgaben und einige Politiker fordern eine verfassungswidrige Vermögenssteuer, die dann als sinkendendes Unternehmensvermögen die Arbeitslosigkeit vergrößert.

Anm.: Was kann dem Vermieter helfen? Bei der zuständigen Arge (erfragen über Tel. 01801/555 111 für ALG II + Arbeitnehmer) die Direktüberweisung begründet beantragen und eventuell sogar die Betrüger anzeigen. Gekündigte Arbeitnehmer sollten die Kündigung sofort bei der Arge melden, weil die Bearbeitung Zeit benötigt.

Die neue, alte Diskussion ließ den Arbeits- und Sozialminister schärfere Kontrollen anordnen. Und der Altkanzler Helmut Schmidt widmete dem Sozialstaatdilemma in seinem neuen Buch "Außer Dienst - Eine Bilanz" (Siedler Verlag, 22,95 €) etliche Seiten: "Populistische Politiker gefährden den Wohlfahrtsstaat." ist darin nur eine wichtige Kritik. 

Im Februar 2009 (AFP in HA) warnten dann die Sozialverbände Caritas und Diakonie vor Parallelwelten angesichts einer wachsenden Zahl von Lebensmittel-Tafeln und -Ausgaben an Hartz-IV Empfänger. Der Präsident des Diakonischen Werks der evangelischen Kirche, Klaus-Dieter Kottnik, nannte das "exponentielle Wachstum der Tafelbewegung" ein Alarmzeichen. Er hätte sich "vor Jahren nicht träumen lassen, dass wir in Deutschland einmal 800 Tafeln haben". 

Das exponentielle dieser Parallelwelt hat allerdings nicht nur Armutsgründe. Da ist der teuer und neu gekleidete Empfänger hinter dem Obdachlosen zu sehen. Der 300 €-Rentner ohne Hartz-IV, der gerne sein Haus behalten möchte und von der Rente noch die laufend steigenden Strom-, Heizungs- und  öffentlichen Kosten bezahlen muss.

Bei Kindertafeln gibt es warmes Essen, das die Kinder im Hause oft nicht erhalten, weil beide Eltern arbeiten müssen oder vielleicht vor dem Fernseher sitzen und trinken. Eine Schulleiterin aus Potsdam beklagte sich (in DER SPIEGEL), das viele das Schulessen der staatlich verordneten Ganztagsschule von 2,70 € nicht aufbringen könnten oder wollten. Bei einem Gespräch im Ministerium stellte sie dann fest, dass das Essen dort wegen der Staatsbezuschussung nur 0,80 € kostete. Auch dies sind Parallelwelten.

Professor Bernd Raffelhüschen von der Uni-Freiburg ist auch Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft. Er erläuterte in der Bild-Zeitung vom 13. 2. 10 (gekürzt. Bitte dort anfordern) 

7 bittere Wahrheiten über Hartz IV:

  1. Hartz IV macht unmündig!
  2. Hartz IV bedroht Familien! (Ein getrennt lebendes Paar erhält als Bedarfsgemeinschaft mehr Geld.)
  3. Hartz IV macht klagewütig! (2008 waren es 170.000 Klagen. Der Steuerzahler bezahlt.)
  4. Hartz IV ist zu teuer und fördert Schwarzarbeit! (Die Kosten steigen rasant.) 
  5. Hartz IV kommt oft nicht bei den Kindern an!
  6. Hartz IV ist kein Recht auf Einkommen! (Die Idee vom fördern und fordern wird missbraucht.)
  7. Hartz IV verhindert reguläre Arbeit! (Weil viele dann mehr als bei regulärer Arbeit erhalten.)                                     

Zur Abmilderung der Arbeitsverhinderungs-Wahrheiten über Hartz IV erarbeitete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Vorschläge zum Arbeitsanreiz für "Aufstocker" (siehe "Soziales Deutschland"). Ende 09 verdienten rd. 57 % der erwerbstätigen Hartz-IV-Empfänger weniger als 400 € brutto/Monat. Dies wird dann immer durch Hartz-IV aufgestockt. Evtl. höhere Freibeträge würden, nach IW, eher Mehrarbeit verhindern, als dazu anzuregen. Nach dem IW-Modell soll ein monatliches Einkommen von bis zu 200 €, abzüglich eines Grundfreibetrages von 20 €, vom ALG II Anspruch abgezogen werden. Dafür blieben aber von dem darüberhinausgehenden Einkommen 40 %, bis zu 1000 € Einkommen, anrechnungsfrei. Ab dann gälte wieder ein Freibetrag von 10 %.

Minijobber müssten wohl im Vergleich zur derzeitigen Berechnung Einbußen bis 100 € hinnehmen, ab 700 € würde aber für netto mehr übrig bleiben. Dadurch würden evtl. größere Anreize zur Aufnahme einer Vollzeittätigkeit geschaffen (epd in HA 24. 2. 10).

Schüler mit islamischem Migrationshintergrund werden von der deutschen Wirklichkeit oft völlig verunsichert. In vielen ihrer Familien sind weder die deutsche Gleichberechtigung noch die Arbeit angekommen. Die Gleichberechtigung ist in ihrem Lande in der Familie oft nicht üblich, und die Nichtarbeit bringt bei 5 Kindern und Niedriglohn immer viel mehr Geld ein als die Arbeit. Hier entwickelt sich in Deutschland die größte Parallelwelt, denn sie sind ja nicht dumm, wenn es um Geld geht.

 

Migranten-Parallelwelten (DE 6.5)

Im Januar 2009 veröffentlichte das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung eine Studie über den Grad der Integration von Zuwanderergruppen, genannt: "Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der Integration in Deutschland." In DER SPIEGEL (Nr. 5 2009) wurde das Ergebnis dann unter der Überschrift "Für immer fremd" publiziert. "Ein Drittel der in Deutschland geborenen Kinder wächst in Migrantenfamilien auf - sie werden mitbestimmen über die Zukunft des Landes....Vor allem die Türken zählen zu den Verlierern." Auf einer Skala von 1 (für missglückte Integration) bis 8 (für gelungene Integration) wurde das Ergebnis dann dargestellt. Die Endbewertung stellte die Türken mit 2,4 an die letzte Stelle. Bei den Bildungsindikatoren war das Ergebnis nur 1,3 (z. B. Aussiedler 4,0 - naher Osten 6,0 - ferner Osten 6,8 und EU-25 7,0). Im Erwerbsleben belgten die Türken dann 1,7 (z. B. EU-25 6,0).

Noch nie wurde eine Untersuchung auf die Herkunft der Migranten ausgedehnt. Hier stellte sich zum ersten mal heraus: Die Kinder der knapp 4 Mio. Aussiedler aus Polen, Russland oder Kasastan "besuchen nicht nur häufiger das Gymnasium und die Universitäten als ihre Eltern, sondern auch häufiger als die deutsche Bevölkerung." Auch die Südeuropäer aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland sind gut angekommen.

"Außerst schlecht integriert sind hingegen die Migranten aus der Türkei, mit knapp 3 Mio. Menschen die zweitgrößte Zuwanderergruppe." - Von ihnen und ihren Kindern haben 30 % keinen Schulabschluss und nur 14 % (<die Hälfte der Deutschen) schaffen das Abitur.

Doch das Schlimmste kommt erst noch: Über 2/3 besitzt keinen deutschen Pass, will vielleicht überhaupt nicht in Deutschland geistig ankommen. Der Institutsleiter Reiner Klingholz sagte: "Wir haben uns viel zu lange daran gewöhnt, dass wir Grundschulklassen haben, in denen 80 % kein Deutsch verstehen."

Auf der Liste und Karte ist dann zu sehen, dass Hessen die beste Gesamt-Integrationsleistung vorweisen konnte.

Der Anteil aller Migranten beträgt in %:

  1. Abhängig von öffentlichen Leistungen: Baden-Württemberg (10), Bayern (11), Hessen (12), Rheinland-Pfalz (13), NRW + Saarland (15), Hamburg (17), Nieders./Bremen (19), S.-H. (20), Berlin (26) und Neue Bundesländer (38).
  2. Ohne Bildungsabschluss: Neue Bundesländer (6), Bayern (9), Baden-Württemberg (11), Hessen + Rheinland-Pfalz + S.-H. (12), Nieders./Bremen (13), Hamburg (14), Saarland (15), NRW (17), Berlin (18). 

Ein exponientell sich vergrößerndes Problem werden also einzig die Türken sein und vielleicht auch bleiben, weil die unglaublich vielen Integrations- und Sprachangebote (lt SPIEGELbericht) größtenteils nicht angenommen werden. Möglicherweise liegt die mangelnde Integration auch am Einfluss der islamischen Geistlichkeit. Frauen, die beispielsweise in Gebiete mit höchstem Türkenanteil ziehen, sehen sich oft gezwungen, ein Kopftuch zu tragen, um nicht ausgegrenzt zu werden. Polizei und Rettungswagen werden in solchen Wohngebieten als Teil Deutschlands teilweise sogar angegriffen. Unternehmerisch tätige oder in Deutschland angekommende Türken fliehen deshalb oft aus solchen Gebieten in Wohngebiete mit Einzelhäusern und hohem oder fast alleinigem Deutschenanteil. Und immer wieder fällt Lehrern bei Klassenreisen auf, dass Hartz-IV Kinder das meiste Taschengeld mitbringen und gut gekleidet sind. Ihnen wird die Klassenreise vom Staat auch meistens extra bezahlt

Berlin liegt bei der Integration immer ganz hinten, mit größter Anzahl von Migranten, und dies sind vor allem Türken, die ohne Bildungsabschluss und von öffentlichen Leistungen abhängig sind. Außerdem werden in Berlin immer mehr Jugendliche straffällig. In der Jugendstrafanstalt Plötzensee sind z. B. 500 Häftlinge untergebracht - und 80 % davon mit Migrationshintergrund (Berliner Morgenpost 12. 3. 09) - dies sind dann größtenteils Türken oder türkisch-stämmige Jugendliche. Vielleicht rührt daher die jetzt sichtbar ansteigende Ausländerfeindlichkeit vieler deutscher Jugendlicher. Vielleicht fühlen sie sich häufig bedroht oder werden tatsächlich, wie später aufgezeigt, bedroht.  

Während alle deutschen Politiker von Integration reden, mahnte der türkische Regierungschef in seiner Kölner Rede am 10. 2. 08 die 11.000 angereisten Zuhörer und möglichen Wähler ausdrücklich vor einer Anpassung. Viele junge Türken behalten oft auch schon deshalb ihre Staatsbürgerschaft, um nicht bei der Bundeswehr dienen zu müssen. In der Türkei können sie sich dann meistens für wenig Geld von der Wehrpflicht befreien lassen. Außerdem können sie dann auch von ALG II (oder anderweitig) erspartes Geld im Heimatland anlegen und sich sogar um die Ausbildung und spätere Arbeit drücken. Sie haben also gegenüber Deutschen oft auch deshalb Vorteile, weil sie dann - selbst bei Straffälligkeit - nicht ausgewiesen werden, wie es in fast jedem anderen Land der Welt üblich wäre.

Schuld an den Problemen haben also oft die deutschen Politiker. Die Schauspielerin Sibel Kekilli wurde von KulturSPIEGEL durch Daniel Sander über ihren neuen Film 'Die Fremde' (in 3/2010) und auch zu Fragen der Integration befragt. Kekelli: "...Gehen Sie nach Istambul und Sie finden Unmengen moderner, friedlicher Muslime. Das Islambild in den deutschen Medien wird aber überwiegend von den hier lebenden türkischen Gemeinden bestimmt, die sich nicht so schnell weiterentwickelt haben wie die Türken in der Türkei." Auf die Frage: Warum nicht? "Die waren und sind viel zu isoliert. Viele sind in den Siebzigern aus ihren Bergdörfern hier rübergekommen und waren erschrocken über das Leben hier. Sie hatten Heimweh und Angst und haben sich nur noch mehr verschlossen. Sie haben ihre eigene Welt aufbauen können, unberührt von deutscher Kultur und Einflüssen der Moderne." Auf die Frage, ob sich das jemals ändert?: "...Ich habe eher das Gefühl, dass die Generation nach mir noch nationalistischer wird. Deren Eltern mussten sich kaum integrieren, aus der Türkei geholte Ehepartner mussten nicht einmal einen Sprachkurs machen. Hier wurde ja immer nur weggeguckt und lächelnd toleriert, wenn ein Kind nicht zum Sportunterricht kommen durfte oder wenn ein Mädchen plötzlich nicht mehr zur Schule kam, weil sie verheiratet worden war."

Fast zur gleichen Zeit der Kekilli-Befragungs-Veröffentlichung schrieb der Berlin-Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky (in WamS am 21. 2. 10): "Die überragende Sibel Kekilli ging in dem Film 'Die Fremde', einem Film über Familiernehre und -schande, unter die Haut." Buschkowski erhielt im März 2010 den mit 10.000 € dotierten Gustav-Heinemann-Preis. Die Auszeichnung soll Persönlichkeiten ehren, die sich in besonderem Maße für "Freiheit und Gerechtigkeit in einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat" einsetzen (hjv 12. 3. 10 in Bild).

In FOCUS 6/2010 wurde auf 5 Seiten über das Leben einer türkischen Frau unter "Leyla fängt von vorne an" berichtet: "Als Kind kommt sie aus der Türkei, fügt sich schnell ein. Dann heiratet sie - und ihr Mann prügelt sie zurück in die Gesetze seiner Macho-Kultur. Sie flieht in ein Berliner Frauenhaus. Jetzt wagt sie ihr zweites deutsches Leben

Parallelwelten, die mit Sicherheit eine nachhaltige Ökonmie in Deutschland erschweren oder sogar ganz verhindern.

Hinzu käme noch das zu beachtende und nicht beachtete Gleichstellungsgesetz, das allerdings wohl auch bei der katholischen Kirche nicht immer eingehalten wird (siehe auch www.gesetze-im-internet.de ).

 

Fehlentwicklungen“ bei den Migranten? (DE 6.6)

Erst als der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in der angesehen Zeit-Ausgabe vom 18. 2. 10 auf Seite 1 meinte, dass Westerwelles Äußerungen zu Hartz-IV kein Grund sein dürfen, einige „Fehlentwicklungen“ zu verschweigen, wagten sich noch mehr aus der früher üblichen Deckung hervor. Als Fehlentwicklung wurde beispielsweise bezeichnet, dass mit fast 30 % prozentual rund doppelt so viele Migranten Hartz IV beziehen würden, wie Deutsche. Nachfolgend sollen einige Migranten-Parallelwelten beschrieben werden.

Unter www.nachhaltige-ökonomie.de wird unter „Wachstumsgrenzen“ über „Die Sarrazin-Provokation als Weckruf“, die „Wachstumsgrenzen bei Minaretten“ daran erinnert: „Sarrazin und Buschkowski mahnten wieder aus Berlin“.

Dschihad und Islamisten werden bei diesem Thema noch außen vor gelassen. Beim Kongress Gebet 2010, der wieder am 19., 20. und 21. 2. 10 in Hamburg stattfand (siehe auch „Glaube und Bildung“), berichtete Prof. Tawfik Hamid von seiner Begegnung mit dieser Art des islamischen Glaubens (Fr. Ulrich in HA 20./21. 2. 10). Als er beim Studieren einer DNA von der Existenz Gottes überzeugt wurde, nahmen ihn Medizin-Kommilitonen mit zu der fundamentalistischen Jamaha Islamia Hamid. „Die überraschten ihn mit der Aussage, man sei im Krieg mit den Ungläubigen, und es gebe für ihn nur die Alternativen Hölle oder Paradies. ‚Mit perfider rhetorischer Technik machten sie mir Angst’ sagte Hamid. ‚Doch als Gotteskrieger kam man ins Paradies – es war ein gutes Gefühl’. Hamids Glück waren seine Intelligenz und seine Eltern…’Wenn sie nicht gewesen wären, hätte ich den Absprung nicht geschafft’ sagte er.“ Soweit Fr. Ulrich.

Probleme, die auch in Deutschland vermehrt unter jugendlichen Migranten und deutschen Freunden auftreten können, die vielleicht nicht Hamids Intelligenz und kluge Eltern haben, die Halt geben. „Allein in Hamburg leben 50 ‚Heilige Krieger’“ lautete am 7. 10. 09 dazu die Überschrift im Hamburger Abendblatt. Doch ganz so schlimm ist es noch nicht überall, obwohl die Migrantenkriminalität laufend größer wird. Dazu nachfolgend das Beispiel Berlin Neukölln.  

Der Berliner Bürgermeister des Bezirks Neukölln versucht immer wieder, genau wie Sarrazin, auf die heutigen und zukünftigen Probleme aufmerksam zu machen. In DER SPIEGEL 6/2010 zeigte der sechseitige Bericht über die „Gesellschaft“ dieses Bezirks eine so unglaubliche Untergangs-Richtung auf, dass nachfolgend meistens wörtlich daraus zitiert wird, damit es nicht als Polemik angesehen wird. Dies alles vor dem Hintergrund rapide steigernder Staatsausgaben, Staatsverschuldung und teilweiser Unlogik-Vorschlägen von Politikern zur Problembehebung.

Der Deutschtürke Tarkan Karaalioglu, genannt Mok (My own Kingdom) wurde, im Imbiss beginnend, im Alltag begleitet. „Einen Tee gibt es für 50 Cent, aber es bestellt niemand Tee. Getrunken wird Bier, auch morgens….Tarkan Karaalioglu hat selten erfahren, dass Konflikte anders gelöst werden können als mit Fäusten oder härteren Gegenständen. Sein Vater Hassan hat ihn geprügelt mit Gürteln und Schuhlöffeln….Später ging es um Drogen, Handys und Flachbildschirm-Fernseher. Wer sich nicht durchsetzte war nichts wert. In Neukölln hat sich über die Jahre ein Name herausgebildet für solch niedere Existenzen: Sie gelten als ‚Opfer’.

Um Opfer zu werden reicht es meist schon, wenn einer sein Geld auf ehrliche Weise verdient. ‚Acht Stunden am Tag arbeiten?’ sagt Karaalioglu. ‚Was für ein Opfer.’…“ Den später mit einem alten Mercedes-Lieferwagen vorbeifahrenden Grünwaren-Händler nennt Mok dann ebenfalls Opfer.

…“’Es wird schlimmer von Jahr zu Jahr’, sagte der Bezirksbürgermeister Buschkowsky (SPD). ‚Das Bildungsniveau geht rapide nach unten. Nur 18 % der Schüler mit Migrationshintergrund schaffen es bis zum Abitur. Eine Folge ist die Verstetigung der Jugendkriminalität auf hohem Niveau.' Sein Finger fährt über die Landkarte. Im Jahr 2000 sei die Grenze sozialer Segregation bis zum S-Bahn-Ring gegangen, 2005 bis zum Teltowkanal und jetzt sei die Blaschkowallee im südlichern Stadtteil Britz die Frontlinie. In dieser Zone, sagt Buschkowsky, herrschten andere Gesetze...

Über 150.000 Einwohner hat Neukölln, 55 % von ihnen Migranten…58 % der Migranten besuchen die Hauptschule, oft ohne Abschluss. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren liegt bei 60 %. - ‚Hier gibt es Schulen, an denen 90 % der Eltern in keinem geregelten Erwerbsleben stehen’, sagt Buschkowsky. ‚Es wachsen Kinder heran, die der Lehrerin sagen: ‚Frau Lehrerin, das Geld kommt doch vom Amt.’ Kinder, die nach ihrem Berufswunsch gefragt werden, antworten: ‚Ich werde Hartzer.’’

…Von 537 in Berlin registrierten  jugendlichen Intensivtätern kommen 214 aus Neukölln. 90 % dieser Täter haben einen Migrationshintergrund, ihre Opfer sind zu 80 % Deutsche. Seit 1990 hat sich die Zahl der Strafverfahren mehr als verdoppelt….Bei Rückfallquoten von über 80 % hat der Bürgermeister zudem den Glaube an die verändernde Wirkung eines Gefängnisaufenthalts verloren. ‚In vielen Familien’, so Buschkowsky, ‚würden Haftstrafen als eine Art Auszeichnung empfunden. Dort gilt das Motto: Knast macht Männer.’“

Zum Schluss des Berichts über die heutige Wirklichkeit in Deutschland klagte Mok, dass ihm sein Vater gerade alle von ihm mit Filzstiften gemalten Bilder zerstört habe. Er hatte schon als Kind mit dem Malen begonnen, wollte später mal ein anderes Leben führen….Der SPIEGEL-Autor fragte sich da zuletzt, „wie schwer es einer hat, wenn der größte Stein schon im Weg liegt, bevor die Reise überhaupt losgegangen ist.“ 

 

Geldbeschaffung durch Verfassungsfeindlichkeit? (DE 6.7)

Wenn es in Artikel 14 des Grundgesetzes heißt: "(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet..." und im 3 Satz: "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt..." - dann besagt dies auch, dass Eigentum nicht ohne Entschädigung vom Staat vermindert werden darf - also auch nicht durch eine Reichen- oder Vermögenssteuer. Sie müsste als Enschädigung gleich zurückgezahlt werden.

Trotzdem kommen gut verdienende und altersversorgte Politiker (siehe www.finanzkrisen-lexikon.de - Reichensteuer) immer wieder auf die Idee, ihre Geldverteilungen oder -verteilungsversprechungen durch eine verfassungswidrige Vermögenssteuer finanzieren zu wollen. Dabei  interessiert es sie auch wenig, dass das Bundesverfassungsgericht eine solche Steuer, im Gegensatz zu möglichen Einkommenssteuererhöhungen, als verfassungswidrig untersagte.

Auch die Partei "DIE LINKE" störte die Verfassung wohl wenig, als sie als angebliche Gegenfinanzierung von Sozialausgaben vor allem ihre „Reichensteuer“ probagierte. Auch ungeachtet dessen, dass BILD am 30. Juli 10 titelte "17.000 € (pro Monat) - Der umstrittene Lifestyle des Linken-Chefs Klaus Ernst." Das wären dann in 10 Tätigkeitsjahren rund 2 Millionen €. Im Alter kommen dann noch vielleicht 25 Jahre Abgeordnetenpension hinzu, gleich 4.600 € x 12 x 25 gleich sage und schreibe rund 1,4 Millionen €.

BILD gliederte die 17.000 € noch auf in 7.668 € Abgeordneten-Diäten plus knapp 4.000 € steuerfreie Kostenpauschale (genau 3.969 € als Bundestagsabgeordneter), zusammen rund 11.600 €. Der Rest kam dann von der Partei und deren wohl ärmeren Mitgliedern. Am 15. 8. 10 ergänzte dies die "Bild am Sonntag" mit der Frage: "Sind die Politikergehälter gerecht?" Dabei wurden dann viele EU- und Bundestagsabgeordnete mit den erwähnten 7.668 € genannt, und bei den Minister/inne/n waren es dann meistens 16.694 €. Michael Backhaus meinte dazu im Kommentar: "Politiker verdienen nicht zu viel, aber...dennoch kostet uns der politische Apparat zu viel! Da ist zum einen die häufig immer noch zu üppige Altersversorgung. Wichtiger aber ist: Wir leisten uns 2465 Abgeordnete in 16 Landesparlamenten und dem Bundestag, die die Arbeit von 159 Ministern in Bund und Ländern kontrollieren. Und jeder Minister steht für eine beträchtliche Ministerialbürokratie....Dieser politische Betrieb ist aufgebläht...Er ist auch ineffizient und für manche Blockade im Land verantwortlich..."

Anfang August 2010 lockte dann eine Spendeninitiative von US-Milliardären auch SPD und GRÜNEN Obere aus der Reserve: "SPD und Grüne bitten Reiche zur Kasse" hieß dazu (am 6./7. 8. 10 in HA) die Überschrift. So hieß es in dem Bericht beispielsweise: "SPD-Fraktionsvize Joachim Poß sprach ebenfalls (zur US-Milliardärs - für später versprochenen - Spende) von einer "guten Idee" - und weiter: "Eine solche Geste kann eine vernünftige Vermögensbesteuerung nicht ersetzten"

Sodann zitierten die Autorinnen B. Möller und N. Holley: 'Auch Roth hält daran fest, dass der Staat "beim Spitzensteuersatz und der Besteuerung der Vermögen" Rahmenbedingungen setzten müsse, damit der soziale Rechtsstaat finanzierbar bleibe." Die Verfassung kümmerte wohl auch Frau Roth dabei wenig, weil sie ja früher dafür eintrat, dem Bundesbanker Sarrazin die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes zu unterbinden. Vom Rechtsstaat zum verfassungswidrigen Unrechtsstaat? 

Nur einen Monat zuvor stellte "Bild" die explodierenden Pensionslasten an den Pranger: Nach 40 Jahren Staatsdienst erhielt der vorgestellte Beamte bei der Besoldungsgruppe A 16:  4.385,68 € Pension (+Beihilfe zur Krankheit = rund 4.800 €). Bei zuvor gleichem Lohn würde die Rente aber nur 1976 € betragen. Wer soll das bezahlen? Die anderen natürlich. "Damit der soziale Rechtsstaat finanzierbar bleibe". Die Pension betrüge dann in 25 Jahren rund 1,4 Millionen €.

Doch der Normalrentner hatte (am 31. 12. 08, lt. Quelle Deutsche Rentenversicherung) nach Bild-Zeitung vom 30. 7. 10 als Mann nur 1069,79 € und als Frau nur 596,02 € Rente. Beim Mann ist dies dann oft das gesamte Familieneinkommen einschließlich der Frau, wenn die sich, statt zu arbeiten, um die Kinder gekümmert hat. Davon müssen dann noch Miete, Heizung, Wasser etc. bezahlt werden. Das Ergebnis ist meistens: Weniger als ALG II oder Hartz-IV. Der Normalrentner bekäme dann in 25 Jahren nur rund 300.000 €, von denen er aber im Arbeitsleben, im Gegensatz zum Beamten und Abgeordneten, oft mehr eingezahlt hat. Der Rentner bekommt also vom Steuerzahler und Sozialstaat, im Gegensatz zum Abgeordneten und Beamtenoft nichts.   

Vielleicht gehörte der Rentner einschließlich seiner Ehefrau aber zur später beschriebenen Mitte, die die meisten Arbeitsplätze und Steuern beschafft. Er machte sich mit 35 selbständig und erhält aus der Zeit davor, zusammen mit seiner Ehefrau, beispielsweise 500 € Rente. Als Handwerksmeister, Steuerberater oder Arzt beschäftigte er bis zu 10 Personen, seine Frau machte die Buchhaltung. Trotzdem lebte er nie so gut, wie der in "Bild" vorgestellte Linken-Chef mit "Porsche + Alm in Tirol". Aber er hatte sich ein zur Renteneintrittszeit schuldenfreies Haus mit 400.000 € Wert gebaut, sein Geschäft für 200.000 € verkauft, von denen er gleich rund 100.000 € wieder an Steuern bezahlte, und er hatte die restlichen 100.000 € + 900.000 € Erspartes gleich 1 Million € auf der Bank angelegt, zusammen also 1,4 Millionen für das Alter, davon 400.000 € in Immobilien ohne Mietgewinn, für die gerade wieder die Grundsteuer erhöht wurde.  

Dazu zitierte Dr. Peter von Becker (in DER TAGESSPIEGEL v. 8. 8. 10) den Berliner Mediziner und wohlhabenden Erben Dieter Lehmkuhl: Zwischen 2000 und 2007 hätten sich seine Einkünfte aus Kapital und sonstigem Vermögen verdoppelt und die Steuern gleichzeitig halbiert. - Dies war aber vor der Wirtschaftskrise und der Schließung vieler Immobilienfonds - außerdem in der Zeit der Steuersenkung für Spitzeneinkünfte durch Rot-Grün. Und: Vermögen ist nicht mit Einküften gleich zu setzten. Beispielsweise kostet ein Schloss vor allem Geld für den Unterhalt.

Lehmkuhl forderte, allerdings vor der Wirtschaftskrise, eine 2-jährige Zwangsabgabe von 5 % auf Vermögen über 500.000 €. Bei unserem angeblichen Vermögens-Rentner der Mitte wären das (10% von 1,4 Mio.) 140.000 €. Seine 1 Million auf der Bank wären dann noch 860.000 €. Parteipolitiker denken aber vielleicht eher an eine laufende Vermögensabgabe, bis das Geld weg ist und der vormalige Vermögende Hartz-IV erhält. Der neue Links-SPD-Teil dachte dabei an Privatvermögen, zumindest lt. HA 11. 8. 10 Karsten Kammholz: "Die SPD steuert nach Backbord". Und das heißt  nach links. Sie dachte also wohl nicht an die später genannten Aldi-Läden. Aber stattdessen vielleicht an Altersversorgungen durch Vermögenssparen der Nichtbeamten. Wir - und alle - sollten rechnen:

Weil eine sichere Bankanlage oder Lebensversicherung derzeit ungefähr die Rendite der Inflationsrate bringt, können wir die restlichen 860.000 € (1 Mio ./. 140 Ts.) unseres Vermögens-Rentners wieder durch 25 Jahre teilen und kommen so auf  2.867 € + 500 € Rente = 3.376 € im Monat an Altersversorgung für den noch angeblich Reichen. Der in "Bild" genannte Beamte muss heute auch Steuern zahlen und kommt dann auf vielleicht 4.300 € netto + Krankheitskosten im Monat. Wegen Artikels 3 des Grundgesetzes müssten also bei einer Vermögenssteuer auch die Abgeordneten- und höheren Beamtenpensionen  entsprechend beteiligt werden. Denn im Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

In seinem fast ganzseitigen Artikel im TAGESSPIEGEL (v. 8. 8. 10) stellte Dr. Peter von Becker unter der Überschrift "Reden wir über Geld!" die Frage: "Was macht ein scheuer und bescheidener Mann (er meinte Theo Albrecht) mit 12 Milliarden?" - Die Antwort könnte lauten: Er kann nur dann etwas damit machen, wenn er bei Aldi alles, vielleicht an Metro, verkauft. Denn über festgelegtes Geld kann man nicht frei verfügen, wie bei früher offenen und später geschlossenen Immobilienfonds, die deshalb z. T. schon 30 % (lt. HA 10. 8. 10) im Wert gesunken sind. Rund 25 Mrd. sind am 1. 8. 10 dadurch schon eingefroren, vielleicht sogar verloren, aber bis dahin Vermögen zur bislang verfassungswidrigen Besteuerung.

Noch ein paar kurze Zitate aus dem Becker-Bericht mit einer Antwort in ( ). Beispiele: "In der deutschen Hauptstadt bedarf etwa jeder fünfte Einwohner der öffentlichen Fürsorge." (Über die bereits vom Neuköllner Bezirksbürgermeister angesprochenen Migrations-Nichtarbeiter in Neukölln spricht er dabei nicht.) - oder "Gleichzeitig werden die Reichen immer reicher." (Im Vergleich zu den vorgenannten und sich mehr vermehrenden Migrations-Armen, aber auch deshalb, weil Aldi und andere noch deutsche Firmen weltweit expandieren.) - oder "...für den sind die Steuerparolen, beispielsweise der FDP, dass sich 'Leistung wieder lohnen muss', ein Witz." (Er merkte nicht, dass die Niedrig-Einkünfte gemeint waren, die Steuern deshalb auch nur dort, und nicht wie bei Rot-Grün von 53 auf 42 % bei den Hoch-Einkünften, gesenkt wurden.)

Vermögen ist also meistens eine Arbeitsplatz- oder Altersversorgung und immer angelegt. Wer in Deutschland in Arbeitsplätze, Kulturdenkmäler (wie Schlösser) und Altersversorgungen angelegtes Geld be- und damit langfristig wegsteuern oder ins Ausland verjagen will, sollte sich dies bewusst machen. Gerade deutsche Staatsbanken brachten Steuergelder in die USA - und verloren es zum Teil in der Finanzkrise.

Alle sollten zusätzlich auch daran denken, dass es ähnlich mit der Jagd auf Vermögende vor 1933 anfing. Die Juden hatten oft große Vermögen - und alle wollten es sich "sozialerweise" aneignen. Auch deshalb heißt es im Artikel 14 des Grundgesetzes (noch):   "Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet". 

 

Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt? (DE 6.8)

Fast jeder kennt das alte Karnevalslied „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, ... wer hat so viel Geld?“

Ganz einfach: wer bestellt, muss auch wissen, wie das Bestellte bezahlt wird. Andernfalls muss er Insolvenz anmelden, und wenn er das versäumt, macht er sich strafbar – so denkt man, so ist es Gesetz.

Der Welt am Sonntag Chefredeakteur Thomas Schmidt entdeckte dann  (in WamS 21. 2. 10) doch noch einen Hauptgeldgeber der staatlichen Verlustrechnung: „Die Mitte, das unbekannte Wesen“.

Dazu illustrierte Frank Hoppmann dann zwecks Einordnung die Bevölkerungsschichten: Bei der Unterschicht saßen alle rauchend und teilweise tätowiert vor dem PC oder Flachbildfernseher in Hochhäusern und mit Flaschen unter und auf dem Tisch. - Ein Einwand hierzu: Auch arbeitslose Geisteswissenschaftler aller Art sitzen oft entsprechend vor dem Fernseher und sagen „Abends gibt es die besten Programme. Sehen Sie mal ARTE! Schon darum kann ich nicht regulär arbeiten."

Sodann die Mittelschicht mit 2 Kindern auf den Armen vor Bäumen. Dazu die Beschreibung: „Sie arbeitet, erzieht Kinder, engagiert sich nebenbei und ächzt unter den ständig wachsenden Abgaben und der kalten Progression.“ Die Oberschicht machte Picknick vor ihrem Rolls-Royce. Dazu hieß es dann „die Kluft nach unten wächst stetig“.

Schmidts Text beschrieb, warum es die Mitte in Deutschland schon immer schwer gehabt hat. Er spannte dabei den Bogen von der Illiberalität Deutschlands im 19. Jahrhundert über den „unversöhnlichen Klassenhass, den ein beträchtlicher Teil der Arbeiterbewegung dem Bourgeois, den es zu schlagen gelte, entgegenbrachte“ bis zu dem rasenden Bürgerhass der Nazis. „Das Ergebnis: ein Genozid und die Selbstzerstörung Deutschlands.“

Dorothea Siems machte dann den Leser auf der nächsten Seite mit den schrumpfenden Einkommen der ebenfalls schrumpfenden Mittelschicht bekannt. Sie begann deshalb mit den Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Der Anteil der Mittelschicht sank innerhalb der letzten 10 Jahre um 3,5 Millionen von rund 66 auf 59 %. Dazu zählte das Institut diejenigen, die zwischen 70 und 150 % des mittleren Einkommens von 1.300 € netto für einen Einpersonenhaushalt erzielten.“

Dann hieß es weiter: „…die Mitte der Gesellschaft ist nicht nur für die Demokratie ein stabilisierender Faktor. Auch die wirtschaftliche Entwicklung hängt maßgeblich von ihr ab… Die Ursache, weshalb die Mitte so stark zur Ader gelassen wird, ist der progressive Steuertarif. So zahlt man auf die ersten rund 8000 € im Jahr überhaupt keine Steuern… während der Satz im unteren Ende bei 14 % liegt, beträgt er in der Spitze 42 %. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 %. Mit jeder Gehaltserhöhung wächst der Erwerbstätige somit in eine schärfere Besteuerung hinein. Die gilt auch dann, wenn der Lohn nur entsprechend der Inflationsrate angehoben wird. Wie stark diese ‚kalte Progression’ zu Buche schlägt, zeigt ein Blick in den Spitzensteuersatz. …der Spitzensteuersatz wird schon bei dem Eineinhalbfachen des Durchschnittseinkommens fällig. In den 50-er Jahren musste man das 17-fache verdienen, damit der Fiskus den Höchstsatz verlangte….“

Und bei den Renten- und Arbeitslosenversicherungen ist wieder die Mitte, wegen der Beitragsbemessungsgrenzen (66 Ts.€/Jahr West- u. 55.8 € Ts./Jahr Ostdeutschland + 45 Ts. € Kranken- u. Pflegevers. gesamt), am stärksten belastet.

Sodann beklagt Michael Eilfort, Geschäftsführer der Stiftung Marktwirtschaft, in dem Artikel, dass von 50 Mio. Einkommensbeziehern, incl. Rentnern und Pensionären, nur noch 35 Mio. Steuern zahlen. Er wird zitiert mit: „Der verheerende Psychologische Effekt: „Die Leute, die selbst keine Steuern zahlen, nehmen den Staat nur noch als Goldesel wahr und haben keinerlei Gefühl dafür, dass das Ganze auch erwirtschaftet werden muss.“  

Die Leidtragenden sieht Eilfort in der Mitte der Gesellschaft. Der ebenfalls genannte Gesellschaftsforscher Meinhard Miegel weist darauf hin, dass der wachende Anteil der Migranten an der Bevölkerung und die Zunahme der Alleinerziehenden die Hauptursachen für die Zunahme der Armut in den vergangenen Jahren sind.

Die angeblich sozialen Politiker machen Deutschland zum "Land der Hilfsarbeiter", wie der Chef des einflussreichen Brüsseler Thinktanks CEPS, Daniel Gros, der Bundesrepublik in seinem neuen Buch "Nachkrisenzeit" gemeinsam mir der Journalistin Sonja Sagmeister prophezeite. Demnach überholt die Wirtschaft Polens die Bunderepublik schon in 20 Jahren. "Nur beherzte Investitionen in Bildung könnten Deutschland vor dem Abstieg bewahren. Deutschland sei "alt, satt und behäbig geworden". Fast nirgenswo in Europa seien so wenige Arbeitskräfte in Kindergärten, Schulen und Universitäten beschäftigt wie in Deutschland." (22. 2. 10 cs mit dpa in wirtschaft.t-online.de.)

Doch wer soll das bezahlen, wenn sich angeblich viele auf Staatskosten ausruhen wollen? 

Die „Wachstumsgrenzen“ sind erreicht. Nur eine nachhaltige Ökonomie, die eine Ausgewogenheit von Ökologie – Ökonomie und Sozialem herstellt, ermöglicht auch eine „Gemeinsame Rettung“.  Siehe dazu www.nachhaltige-ökonomie.de .

Zur unpolemischen Kostenstellen-Zuordnung gehört auch die 

Zuordnung wesentlicher Sozialposten.

  1. Beamtenpensionen mit Krankenkostenbeihilfen zur 1. Klasse (aus Ressortposten) .
  2. Renten (zuvor von Rentnern und Arbeitgebern eingezahlt).
  3. Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung (zuvor eingezahlt).
  4. Arbeitslosengeld I (von den jeweils Arbeitenden eingezahlt). Kurzfristig arbeitslos gewordene, die meistens gerne arbeiten wollen. 
  5. Arbeitslosengeld II bei Arbeitslosen, die länger arbeitslos sind aber gerne arbeiten wollen. Sie haben am Anfang oft Schwierigkeiten, sich an die Arbeit wieder zu gewöhnen. Darum werden sie bei Bewerbungen oft gleich ausgegliedert.  
  6. Nicht arbeitsfähige Sozialgeld-Empfänger, z. B. w. normaler Krankheit oder Alter. 
  7. Kranke ALG II Empfänger, wie Trinker oder Drogensüchtige.
  8. Bundesweit kommen zu den suchtkranken Eltern zu. 7. ca. 2,65 Mio. Kinder. Davon werden nach Untersuchungen zwischem 33 und 45 % selbst suchtkrank. Dies sind i. M.  39 % = rund 1 Mio., die wieder suchtkrank werden dpa in HA 8. 3. 10). Suchtkranke Kinder werden durch starke Vermehrung neuer suchtkranker Kinder, durch Trinken und Komasaufen, vermehrt. 
  9. Arbeitsfähige ALG I oder II-Bezieher, die als Schul- oderAusbildungsabbrecher keine Arbeit finden - oder finden wollen. 
  10. Arbeitsfähige Sozialgeld-Empfänger, die vorgeben nicht arbeiten zu können, weil sie die Arbeit verlernt haben, zu faul sind, oder weil es für sie lohnender ist, nicht zu arbeiten, vor allem bei sich vermehrender Kinderzahl, die dann häufig bei den Eltern die Nichtarbeit erlernt. 
  11. Arbeitsfähige Sozialgeld-Empfänger, die nicht vermittelbar sind oder sein wollen, bzw. keine Schulabschlüsse vorweisen können oder wollen, oder immer krimineller werden, weil sie auch dies als in Deutschland lohnend erkannt haben, oder weil sie sich nur noch in ihrer Gang wohlfühlen und sicher sind.

Zu den Menschen der Nr. 5. zeigte die Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass Hartz-IV-Empfänger vielfältig aktiv seien, um Arbeit zu finden (epd in HA 5. 3. 10).

Vor allem über die Menschen der Punkte 9. bis 11. wird allgemein auch negativ geredet. Und dieser Personenkreis weitet sich sehr schnell aus, nimmt dem Lande und der Jugend, den Arbeitenden und auch den Rentnern die Zukunft.

Der demographische Faktor beschränkt sich vor allem auf die Arbeitenden und diejenigen, die arbeiten wollen. Bewiesen ist laut statistischem Bundesamt, dass besonders nichtdeutsche und deutsche Migranten in Gebieten mit hohem Hartz IV Anteil erheblich mehr Kinder beommen, die sich dann wieder als vermehrt nicht arbeitende scheller vermehren. Der Migranten-Personenkreis der II. und III-Türkengeneration hatte zur Eingliederung oft wenig oder keine Hilfe vom Elterhaus oder der islamischen Gemeinde. Hier treten schon deshalb sich vermehrende Hauptprobleme auf. Sie werden in der Praxis aber nicht ausgewiesen. 

Bei Nr. 5 finden sich besonders viele Geistes- und Sozialwissenschaftler. Sie könnten kostengünstig fast sofort zur Nach-Ausbildung der Arbeitslosen zu Nr. 9-11 eingesetzt werden. Siehe auch www.nachhaltige-ökonomie.de - Wachstumsgrenzen.

Eine "Deutsche Zukunft" im Sozialismus, eine "Deutsche Zukunft" ohne die europäische und christliche Kultur wäre ein Rückschritt ins Mittelalter, ähnlich einem Rückschritt in einen Nationalsozialismus. "Geben Sie Gedankenfreiheit" - und dabei würde wieder in Schillers Don Carlos gejubelt werden, weil es sonst nichts mehr zu jubeln gibt. Und genau wie heute im islamischen Teheran würden die Menschen wieder in Beethovens 9. strömen, weil es nur dann wieder "alle Menschen werden Brüder" heißt.

 

(Ki)

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