Die Freiheit der Religionsausübung ist grundrechtlich geschützt, nicht aber die Ablehnung unserer Gesellschaft um der Religion willen
(Thomas de Maiziére Bundesinnenminister 10. 5. 2010 im HA)
Der Sozialismus scheiterte auch an der Bürokratie (DE 4.1)
Ein dichtes Netz aus Verordnungen und Gesetzen hat den Hauptvorteil, das die Einhaltung, Durchführung und Überwachung kraft Gesetz zur Pflicht wird und dadurch von Schuld und moralischem Handeln befreien kann. Fast immer wird dies durch fehlerhafte, unmoralische und atheistische angebliche Wissenschaft gestützt, wie bei Familie Fleischmann durch eine Rassenlehre oder im Osten bis China durch den sich selbst so nennenden „Wissenschaftlichen Sozialismus“ des deutschen Karl Marx. Er bezeichnete das Kapital, die Produktionskräfte (wie Maschinen) und die Arbeit als Produktivkräfte, deren ausgeglichenes Verhältnis sozialen Frieden ermöglichen würde. Dabei sollten aber die Maschinen (es war die Zeit der Industriealisierung) und die Arbeit in einer Hand sein, in der des Arbeiters. Seine Diktatur des Proletariats war Grundlage sozialen Unfriedens. Außerdem zerbrachen seine Ideen auch an der zur Verwirklichung notwendigen Staatsbürokratie, die jede Innovation, schnelles Reagieren und jede Fremdüberwachung verhinderte.
Dazu vereinfachend 5 Fehler von Marx: Der 1. Fehler des Karl Marx: Er berücksichtigte nicht die individuelle Erfindung und Innovation, die den Massen nicht möglich ist. Ohne Unternehmer kein Unternehmen. Der 2. Fehler des Karl Marx: Kapital entsteht aus Wertschöpfung, die (Beispiel Internet oder Erfindung), auch ohne Beschäftigte möglich ist. Der 3. Fehler des Karl Marx: Er berücksichtigte nicht die Haftung des Unternehmers für Warengüte und Verluste. Er sah nur einseitig dessen Gewinne. Der 4. Fehler des Karl Marx. Bei sozialistischer Planwirtschaft fehlt die schnelle Anpassung an Gegebenheiten, wie die Nachfrage und deren Befriedung oder an die Witterung in der Landwirtschaft. Der 5. Fehler des Karl Marx: Eine Diktatur der Produktivkräfte verhindert deren Überwachung, beispielsweise auf Einhaltung von Umweltverschmutzung, durch fehlende Gewaltenteilung.
Wie teuer und vernichtend diese Staatsbürokratie wirken kann, zeigte besonders gut der Untergang des Sozialismus. Die Menschen mussten und müssen dort teilweise verhungern, wenn sie keine Nahrungsmittel von den bösen Kapitalisten, wie Nord- von Südkorea, erhalten oder erhielten. Darum muss und musste die letzte Freiheit der Meinung gnadenlos verfolgt werden und darum erfolgten die Revolutionen der Völker nicht gegen die unterdrückenden Unternehmer, sondern gegen den unterdrückenden Sozialismus – beispielsweise vom 16. – 21. Juni 1953 in der DDR, ausgehend von den Bauarbeitern der Stalinallee oder vom 23. Oktober bis 4. November 1956 in Ungarn. Beide „Konterrevolutionen“ wurden damals von der Roten Armee gewaltsam beendet. In Ungarn forderte dies tausende Tote. Vom 13. - 23. 8. 1961 wurde dann die Berliner Mauer errichtet.
Die sowjetische Niederschlagung der ungarischen Revolution wurde – anders als von dem viel bewunderten Jean-Paul Sartre - von vielen anderen übersehen.
Nach seinem früher prokommunistischen Engagement sah Sartre in der sowjetischen Niederschlagung der ungarischen Revolution auch sein Scheitern als Denker und Atheist, wie er in „Le mots“1964 (deutsch in „Die Wörter“ 1965) darstellt. –
Dem ebenfalls mit dem Sozialismus sympathisierenden André Gide reichte ein Besuch Moskaus im Jahre 1936, um davon schriftlich (dt. Zurück aus Sowjetrussland 1937) Abstand zu nehmen.
Günter Grass äußerte sich (in DER SPIEGEL 25/2006) zum Untergang des Sozialismus: „Als Sozialdemokrat würde ich meine Partei auffordern, den Kapitalismus zu retten, denn wir haben leider nur noch diese eine Möglichkeit. Der Sozialismus kommunistischer Prägung hat völlig versagt, das wissen wir; der Kapitalismus ist übrig geblieben.
Trotzdem darf vielen Sozialismusbefürwortern ihr Eintreten für eine bessere Welt nicht abgesprochen werden, denn gerade der Kapitalismus oder die Marktwirtschaft mit der heutigen Wirtschaftskrise haben viele menschliche Schwächen sichtbar gemacht und es ist noch nicht sicher, ob die Menschheit durch diese Schwächen nicht schon 2100 (siehe auch D. Meadows in www.nachhaltiges-handeln.de) beginnt einzugehen. Wir sollten uns gemeinsam bemühen, dies durch eine nachhaltige Volkswirtschaft zu verhindern (siehe auch http://www.info-sd.de/ + www.nachhaltige-volkswirtschaft.de ).
An einigen dieser Schwächen gingen auch beispielsweise in der Nach-DDR gute Handwerksbetriebe ein, die zuvor dem Sozialismus getrotz und ihn überdauert hatten. Ähnlich den von Bankern kurz vor der Insolvenz verkauften Lehmann-Brothers Geldanlagen, bearbeiteten Unternehmensberater und Verkäufer DDR-Handwerksmeister. Der gute Tischlermeister sollte Fensterfabrikant werden - und später vielleicht insolvent. Viele mussten gerade in der ehemaligen DDR unter der völlig neuen Provisionsgier und auch Unwissenheit der Marktwirtschaftler leiden. Auch dies sollte nicht vergessen werden. Eine moralische, ökologische und soziale Wirtschaft ist eben schwer zu erlangen.
Die Marx’schen Fehler machten Marx nicht nur an den im Namen des Sozialismus Verfolgten schuldig, sondern auch an denjenigen, die für seine Idee ihr Leben ließen oder verfolgt wurden, wie viele Altkommunisten oder Alt-Sozialdemokraten. Genau wie der frühe Sartre, meinten sie für eine bessere Welt einzutreten, mussten dafür oft ihr Leben im Nazi-Konzentrationslager lassen oder wurden als aufrechte Sozialdemokraten in der DDR verfolgt, wenn sie gegen den Zusammenschluss mit den Kommunisten votierten – oder, wenn sie als Alt-Kommunisten die Missstände erkannten, wie Erich Löst oder Wolf Biermann, um nur zwei zu nennen.
Sodann sollte nicht vergessen werden, dass auch viele Bürger und Funktionsträger der DDR glaubten, für eine bessere und gerechtere Welt zu arbeiten. Ob Stasi-Mitarbeiter, die immerhin dem wohl besten Geheimdienst der Welt angehörten, oder der NVA-Offizier, der sich aus Gram über die Niederlage auf dem geistigen Schlachtfeld das Leben nahm. Auch sie hat Marx auf dem Gewissen.
Der FOCUS-Chefredakteur Markwort wies (FOCUS 31/2006) darauf hin, dass Lenin den im Sozialismus üblichen Staatsterror erfunden hatte. „In seinen Herrschaftsjahren“, schrieb er weiter, „hat er Zehntausende von Geiseln erschießen, Hunderttausende revoltierende Arbeiter und Bauern in Massakern töten, bis zu 500 000 Kosaken deportieren und liquidieren lassen…“ Der Leser Prof. Dr. Löw ergänzte (FOCUS 33/2006): „…Lenin verstand sich als gelehriger Schüler der Freunde Karl Marx und Friedrich Engels. Beide haben den Staatsterror ausdrücklich bejaht... Wer diese Zerstörungsabsicht bedenkt, erblickt Ströme von Blut und Berge von Leichen auf dem Weg zu diesem Ziel. Lenin hat nur die ersten Schritte ins ‚kommunistische Paradies’ getan. Heute beklagen wir über einhundert Millionen Opfer des Kommunismus“
Im Osten Deutschlands war der Sozialismus am Ende. Die SED-Spitze nach Honecker merkte dies auch. Das 1989 für das SED-Politbüro erstellte „Schürer Papier“ ermittelte eine DDR-Produktivität von weniger als 20 % derjenigen des Westens. Der „real existierende Sozialismus“ war am Ende - oder eine Verringerung des Lebensstandards um mindestens ein Drittel notwendig. Professor Blum schrieb: „Eigentlich war Deutschland durch die Einheit wirtschaftlich ärmer geworden, hätte also abwerten müssen."
An der DDR-Bevölkerung lag der beschriebene Abstieg im Vergleich zum bundesdeutschen Aufstieg nicht: Die Ausbildung an Universitäten und Hochschulen, in den Schulen, in der Musik, war zumindest nicht schlechter als in der damaligen Bundesrepublik. Allein wegen des Sozialismus ging es wirtschaftlich immer mehr bergab und musste die Freiheit immer mehr eingeschränkt werden, obwohl man dies sicher nicht wollte. Jede Arbeitskraft wurde benötigt, um zumindest einen Teil der geringen Produktivität ausgleichen zu können. Die richtige Schraube wurde dann 4 Stunden auf dem Schrottplatz gesucht und später entrostet und gangbar gemacht. Dies kostete natürlich Arbeitszeit, senkte die Produktivität und trieb viele in die Flucht - 2,6 Millionen verließen das Land von 1949 bis zum Mauerbau am 13. August 1961 (DER SPIEGEL 27/08). Auch jede Frau wurde dringend gebraucht und musste arbeiten. Darum waren die Kindertagesstätten vorbildlich, ersetzen aber nicht die fehlende Mutter. Ähnliche Tendenzen erleben wir heute durch die Lohn drückenden Staats-Abgaben (35,59 % Abzüge lt. Stat. BA 7/08+indir. Steuern =48,27 % Restlohn lt. BdSt), steigende Energiepreise und die Globalisierung. Der frühere DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker glaubte vielleicht selbst noch bis zuletzt seinen Worten: „Den Sozialismus in seinem Lauf - halten weder Ochs noch Esel auf.“ Zuletzt mussten er und seine Frau bei einem früher von seiner Partei schikanierten Pasoren Zuflucht suchen. Ein Pastor, der in trotzdem in christlicher Nächstenliebe aufnahm (siehe www.ethisches-verhalten.de ).
Doch nicht nur in der DDR – überall war der Sozialismus am Ende. Die Menschen waren den Mangel und die Unfreiheit leid. Sie begehrten auf: In Polen erzwang die Solidarnosc-Bewegung freie Wahlen. Am 10. September 1989 flüchteten Tausende DDR-Bewohner durch das erste Loch im "Eisernen Vorhang". Die ungarische Regierung hatte einfach den Zaun an der östereichisch-ungarischen Grenze geöffnet. Die Ungarn halfen, der Unfreiheit des Sozialismus zu entfliehen. Eine Gedenktafel an der Nordostecke des Reichstagsgebäudes erinnert daran.
In der Tschechoslowakei hatte die Charta 77 aufbegehrt – und über die Tschechoslowakei begann auch der nächste große Exodus aus der DDR. Im September 1989 kamen dort Tausendende systemmüde Ostdeutsche in die westdeutsche Prager Botschaft, zuletzt waren es über 4000. So viele wie in einer Kleinstadt wohnen. Die Fülle war unglaublich, die Toiletten knapp. Der Botschafter und das DRK waren nur mit der Versorgung der vielen Flüchtlinge beschäftigt, die endlich in den freien Westen wollten.
Der CDU-Politiker und DRK-Chef Rudolf Seiters und der FDP-Außenminister Genscher traten am 30. September 1989 auf den Botschaftsbalkon der Prager Botschaft. Eine unbeschreibliche Anspannung war in den Gesichtern der Menge zu erkennen - und dann sprach der Außenminister die erlösenden Worte: „Liebe Landsleute, ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise bewilligt wurde.“ – Da brach unbeschreiblicher Jubel aus, man weinte und umarmte sich vor Freude. Später fuhren viele Züge die Flüchtlinge in die Freiheit – in die Freiheit der sozialen Marktwirtschaft, statt der sozialistischen Planwirtschaft, in das Land der Pressefreiheit und der Gerechtigkeit.
Einigkeit und Recht und Freiheit (DE 4.2)
Für das Deutsche Vaterland. Diese Einigkeit mit dem Recht und der Freiheit aller Deutschen kam dann sehr schnell: Kurt Masur erinnerte 2007 an den Tag, als die Menschen am 9. Oktober 1989, von der Leipziger Nikolaikirche aus beginnend, mit dem Ruf: „Wir sind das Volk“, die Freiheit für alle einforderten, immer mehr werdend, zuletzt waren es 70.000 - wie eine Lawine zur Sonne und wirklichen Freiheit. Nikolaikirchen-Pfarrer Führer ergänzte, dass an jenem Tag die Einheit Deutschlands „ohne Krieg und Sieg“ eingeleitet worden sei. Jeden Montag wiederholte sich diese „Montagsdemo“ und wurde beinahe auch mit Gewalt verhindert.
Am 7. Oktober feierte die DDR noch ihren 40. Geburtstag. Die NVA paradierte dabei noch im Stechschritt durch Ostberlin. Doch gleich darnach wurden den Soldaten Videos vom Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens und sodann von den Montagsdemos in Leipzig und Dresden vorgeführt. – Wie in China wollte man es in der DDR nicht machen, deshalb wurden Gummiknüppel und Pfefferspray verteilt. Das ZDF ließ diese Zeit am 20. 1. 2008 um 20.15 Uhr wieder auferstehen.
Dann marschierte die NVA schon auf – doch griff nicht ein, denn die UDSSR wollte auch nicht mehr helfen. Auch dort war der Sozialismus am Ende. Das war die Wende.
Der Druck des Volkes zur Freiheit und der Bankrott des Sozialismus war so groß geworden, dass das damalige SED Politbüromitglied Günther Scharbowski auf der berühmten Pressekonferenz vom 9. November 1989 in Berlin die Nachricht über eine neue Reiseregelung verlas: Über freie, offene Grenzen. – Als dies dann noch live im DDR-Fernsehen übertragen wurde, gab es keinen Halt mehr für die Bevölkerung. Die Menschen drängten zu Tausenden zu den Grenzstellen.
Noch in der Nacht wurde um 22.30 Uhr der Berliner Schlagbaum Bornholmer Straße geöffnet. Ein Strom von Fußgängern, Trabbis und Wartburgs strömte dann über die Grenzöffnungen in den Westen, in das freie Land, aus Umarmungen der Begeisterung wurden oft Freundschaften, die teilweise bis heute gehalten haben.
Der Sowjetbotschafter, Egon Krenz, Günter Schabowski, die Stasi, die Vopos, die NVA (Nationale Volksarmee) – alle ließen es geschehen, um den Weg in die Freiheit, in eine Welt ohne Sozialismus zu öffnen.
Doch fast wäre durch den Eingriff der sowjetischen Besatzungsmacht alles rückgängig gemacht: Die Mauer war gerade gefallen, da forderten wenige Hardliner der SED und des KGB den Kreml-Chef Gorbatschow auf, die Sowjetarmee eingreifen zu lassen (wie sie es ja schon früher in Ost-Berlin und Ungarn gemacht hatte). Sie versuchten Gorbatschow einzureden, die Deutschen wollten im Zuge einer Revolution sowjetische Einheiten und Einrichtungen angreifen. Da rief Gorbatschow den damaligen Bundeskanzler Kohl an und fragte ihn, ob die Informationen zuträfen. Kohl konnte ihn davon überzeugen, dass es sich um Falschmeldungen handelte und die Menschen in der DDR keine Gewalt anwenden und sowjetische Einrichtungen angreifen wollten. Gorbatschow vertraute ihm, und die Panzer blieben bei den Kasernen. Die Katastrophe war durch Gorbatschows persönliche Entscheidung verhindert worden (aus Helmut Kohl – Erinnerungen 1990 – 1994, bei Droemer Knauer 11/07).
Kohl sagte dazu: Die Deutschen schulden Gorbatschow Dank. Er verhinderte den Einsatz der Sowjetarmee gegen die Maueröffnung.
Am Morgen des 15. 7. 1990 traf dann der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, zusammen mit seinem außenpolitischen Berater Horst Teltschik, zum ersten Mal den fast gleichaltrigen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow zu einem Gespräch in Moskau. Von dort flogen sie dann Richtung Kaukasus in das südrussische Stawropol, wo sie mit ihrem Aeroflot-Hubschrauber mitten auf einem Stoppelfeld landeten. Ein junges Bauernmädchen empfing sie dort und überreichte dem angekommenen Präsidenten als Zeichen der Gastfreundschaft einen Laib Brot und dazu Salz . Gorbatschow küsste das Brot, bestreute es mit dem Salz, brach es und verteilte es dann an die Anwesenden. Kohl machte drei Kreuze auf dem Laib, wie er es von seiner Mutter gelernt hatte und erläuterte Gorbatschow diese symbolische Handlung. Dann kletterten beide auf einen Mähdrescher, um ein Stück mitzufahren. Dabei berichtete Gorbatschow von seinen vergeblichen Mühen, die Effizienz der Landwirtschaft zu erhöhen (ein Problem aller sozialistischen Länder). Später bestiegen sie wieder den Hubschrauber und flogen weiter in das kleine, von Wäldern umgebene Dorf Archys im Kaukasus (aus Helmut Kohl, Erinnerungen 07). Es wurde, im Beisein des Außenministers Genscher, ein Schicksalstreffen für Deutschland, aus dem später die Wiedervereinigung und eine Freundschaft beider für immer erwuchsen.
Am 18. März 1990 kam es dann zur 1. freien Volkskammerwahl, bei der Lothar de Maizière im später wegen Asbestverseuchung abgebrochenen Palast der Republik zum DDR-Ministerpräsidenten gewählt wurde. Geichzeitig sprachen sich die Wähler mit überwältigender Mehrheit für die Wiedervereinigung aus.
Schon am 3. Oktober 1990 kam es, nach freier Ost-Zwischenregierung, zur Verwirklichung der auch im Grundgesetz der Bundesrepublik geforderten Wiedervereinigung.
Die Idee eines nicht entgültigen Grundgesetzes (im Gegensatz zu einer Verfassung) kam von zwei in Hamburg geborenen SPD-Persönlichkeiten: Von Louise Schroeder (ab Mai 1947 amtierende Oberbürgermeisterin von Berlin) und Max Brauer, Bürgermeister des Stadtstaates Hamburg. Als die Ministerpräsidenten der West-Bundesländer vom 8. - 10. 6. 48 in Koblenz zusammenkamen und Berlin schon einige Tage von der US-Luftwaffe aus der Luft versorgt wurde, Als schon, auf Vorschlag der Westallierten, ein West-Teilstaat mit einer Verfassung gegründet werden sollte, setzte sich Louise Schoeder vehement dafür ein, die Öffnung nach Ostdeutschland offen zu halten. Da kam dem Bürgermeister Brauer die Idee eines "Grundgesetzes", das - statt einer Verfassung - die Wiedervereinigung offen lassen sollte. Alle Ministerpräsidenten waren begeistert. - Am 3. Oktober 1990 war es dann so weit. Und Deutschland war nicht in einem Atomkrieg untergegangen. Anfang August 2008 wurde der Atomkeller von Honnecker der Öffentlichkeit zugänmglich gemacht. Nicht nur der Faschismus oder Sozialismus ging und geht immer wieder unter, sondern auch deren Herrscher, wie es wieder am Beispiel Hitlers oder Honekers sichtbar wurde.
Am 18. 10. 89 wurde der Staatsratsvorsitzende und Parteivorsitzende Honecker vom Politbüro zum Rücktritt gezwungen und von Egon Grenz abgelöst.
Am 9. November 89 fiel dann schon die Berliner Mauer, am 29. Januar 1990 wurde Honecker operiert und nach der Klinikentlassung gleich in Untersuchungshaft gebracht. Der Vorwurf: Amtsmissbrauch und Hochverrat. Jedoch wurde er am 30. Januar wegen seines Gesundheitszustandes schon wieder freigelassen. Doch die Wandlitzer Funktionärssiedlung sollte zum 1. Februar für SED-Funktionäre geschlossen werden. Honecker war heimatlos.
Bis zur Umsiedelung in ein sowjetisches Militärhospital am 3. April lebte Honecker mit Frau Margot dann bei Pastor Holmer (siehe www.ethisches-verhalten.de "Wir vergeben unseren Schuldigern"). Am 30. November wurde gegen Honecker wegen der Todesschüsse an der Grenze Haftbefehl erlassen. Am 13. März 1991 flieht er mit seiner Frau über einen sowjetischen Militärflughafen nach Moskau, dort wird er am 16. November 91 ausgewiesen. Er erhält Asyl in der chilenischen Botschaft. Am 3. Juni 92 erhebt die Berliner Justiz gegen ihn Anklage. Am 29. Juli wird Honecker nach Deutschland ausgeliefert, kommt in das Berliner Untersuchungsgefängnid Moabit. Am 12. Januar 93 beginnt der Prozess, in dem Honecker am 4. Dezember 92 die politische Verantwortung für Toten an der Mauer übernimmt. Am 12. Januar 1993 stellt das Berliner Verfassungsgericht fest, dass das Verfahren gegen den totkranken Honecker gegen die Menschenwürde sei, das Landgericht hebt daraufhin die Haftbefehle auf. Honecker fliegt am 13. 1. 93 nach Chile, wo er dann am 29. Mai 94 am Krebsleiden stirbt (30./ 31. 1. 10 in HA).
Eine Wiedervereinigung, die auch bei dem Gorbatschow Nachfolger Boris Jelzin durch dessen Vertrauen in den damaligen Bundeskanzler Kohl möglich wurde. Doch reichte dies noch nicht, weil vor allem Englands Margret Thatcher eine erneute „Großmacht Deutschland“ fürchtete. Dagegen setzte sich der amerikanische Präsident George Bush durch, der, genau wie die neue sowjetische Führung, ebenfalls höchstes Vertrauen in die ausgewogenen, ehrlichen Handlungen des deutschen Bundeskanzlers setzte. Sie alle hatten Vertrauen zueinander, wurden fast Freunde Kohls – genau wie der frühere Bundeskanzler Willi Brandt, der früher nicht an eine Wiedervereinigung geglaubt hatte. Nun war der Jubel in der Bevölkerung über das Unglaubliche da. – Und als Brandt dann vor seiner Partei ausrief: „Da wächst zusammen, was zusammen gehört!“ – wurde auch dort gejubelt.
Der Sozialismus war am Ende. Der Wirtschaftsfachmann und Vordenker der SPD, Professor Peter Glotz hatte schon früh vor der Umsetzung des Sozialismus gewarnt, der letztlich bei den Verhältnissen Nordkoreas enden würde. Westdeutschland wurde 1948 mit knapper Mehrheit im Bundestag davor bewahrt. Doch in heutiger Zeit zweifeln einige schon wieder, genau wie vor der Maueröffnung, die Menschlichkeit der Marktwirtschaft an. Das ist sicherlich auch teilweise richtig, wenn sie nicht sozial ist.
Die nachträglichen Sozialismus-+Faschismuskosten (DE 4.3)
Zumindest bei den Kosten für das ehemalige DDR-Gebiet sollte auch daran gedacht werden, dass viele Westbetriebe nun in großer Menge Aufträge aus den neuen Bundesländern bekamen, die Gewinn, Steuern und Arbeitsplätze brachten. Zusätzlich wurde dadurch der "Kalte Krieg" beendet und ein Atomkrieg mit Auslöschung Deutschlands verhindert. Die Pläne bestanden bereits im Osten.
Die Zusammenführung der Familien und das Ende Unfreiheit der DDR, die ja Gesamtdeutschland durch seinen Krieg selbst verschuldet hatte, sollten allen Geldtransfer zum Ausgleich des Sozialismus durch höhere Steuern und den zusätzlichen Steuer-Solidarbeitrag vergessen machen.
Das Institut für Wirtschaftsforschung der Uni Halle (IWH) errechnete von 1991 bis 2005 insgesamt 1,3 Billionen € Transferleistungen von West- nach Ostdeutschland. Allerdings flossen davon 67 % in Sozialleistungen und nur 10 % in wachstumsfördernde Maßnahmen. Die IWH-Untersuchung war 2006 vom BMF in Auftrag gegeben worden. IWH-Präsident Blum warnte aber davor, die Zahlen der Studie als Kosten der Einheit aufzurechnen. Der Transfer sei auch eine Folge des regionalen Ausgleichs, außerdem erzielten in Westdeutschland arbeitende Ostdeutsche im Westen eine jährliche Wertschöpfung von 60 - 70 Mrd. € (AFP in HA 9. 11. 09). - Enthalten war lt. Angabe IHW der so genannte "Soli". Die Studie erschien dann Ende November 2009 zu € 20,- auch als Buch. Siehe auch www.ihw.uni.de.
Die unglaublichen Gesamtschulden Deutschlands entsprechen also fast dem Zahlungstransfer zum Ausgleich der Sozialismus-Armut Ostdeutschlands. Der frühere Sozialismus tauschte seine Armut gegen die soziale Absicherung der sozialen Marktwirtschaft ein.
Die Gesamtschulden der neuen Bundesrepublik verdoppelten sich nach der Wiedervereinigung innerhalb von 5 Jahren. Sie verdoppelten sich aber auch früher schon innerhalb von 5 Jahren unter der SPD-FDP Koalition 1970-1975, die darum auch am 7. 5. 74 zerbrach:
Anstieg der Gesamtverschuldung in der Bundesrepublik Deutschland
Bund, Länder + Gemeinden in Milliarden (Quelle Stat. Bundesamt)
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1960 |
1965 |
1970 |
1975 |
1980 |
1985 |
1990 |
1995 |
2000 |
2005 |
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29 |
43 |
63 |
129 |
237 |
387 |
536 |
1009 |
1198 |
1414 |
info-sd.de ZD 1.4.1
Damals im Jahre 1990, dem Jahr der deutschen Wiedervereinigung, begann auch der Armutsexport der ehemals sozialistischen Länder - zum Teil auch Globalisierung genannt – nach Westeuropa, in die USA und ganz besonders in die damalige Alt-Bundesrepublik Deutschland. Zusätzlich investierten Mittelständler, Sparer und Banken steuerbegünstigt in den Aufbau Ost. Sie verloren dabei oft Tausende, Millionen oder Milliarden. Die Berliner Bank ist das wohl spektakulärste Beispiel. Anfang Oktober 2007 meinte, vielleicht auch zu vielen dieser Geschehnisse, der heute in Berlin regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seinem neu erschienenen Buch: „Wer weiß, wozu es gut ist“. Es war für ihn auch gut, weil vor allem die Fehleinschätzung der sozialistischen Verhältnisse (Kohl sah bald "blühende Landschaften") einen Berliner Regierungswechsel nach ROT-ROT-GRÜN ermöglichte.
Zu den nachträglichen Sozialismuskosten gehören auch sich laufend erhöhende Sozialkosten: Fast alle älteren Deutschstämmigen kamen aus den früheren Sozialismus Ländern nach Deutschland – zusätzlich weitere Künstlerfamilien aus Russland - und alle belasten die Sozialkassen. Hinzu kommen die im DDR-Überwachungsstaat reichlich vorhandenen Justiz-, NVA-, Partei- und Stasimitarbeiter, deren Arbeitszeit voll in die jetzige oder spätere Versorgung eingerechnet wird.
Ergänzt wird dies durch die Rentenversorgung. Während sich vor 1980 viele Westmütter um ihre Kinder und das Zuhause kümmerten, musste und konnte jede Frau in der DDR arbeiten. Die Arbeit lief schon deshalb weniger leistungsbezogen als im Westen ab, weil bei den einen das Material fehlte und bei den anderen nur der Mangel verwaltet oder „unter der Hand“ abgegeben wurde. Weil nicht arbeitsfähige Personen wegen der geringen Produktivität nichts wert waren, lag die Renten- und Altenversorgung weit unter heutigem Niveau und die Rentner durften auch in den Westen ausreisen.
Als Ergebnis der DDR-Beschäftigung aller ist die Altersversorgung in den neuen Bundesländern oft höher als in Westdeutschland. Auch hier ist ein laufender Transfer von West nach Ost erforderlich. Jede Person wurde wegen der geringen Produktivität gebraucht und teilweise sogar zur Arbeit gezwungen. Der Unterschied ist besonders bei den Frauen zu sehen, die man alle „in der Produktion“ dringend benötigte.
Rentenentwicklung Neue- und Alte Bundesländer durchschnittlich in €
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1997 |
2000 |
2003 |
2006 |
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Neue Bundesländer Männer |
870 |
930 |
940 |
910 |
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Neue Bundesländer Frauen |
610 |
680 |
670 |
670 |
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Alte Bundesländer Männer |
870 |
910 |
870 |
810 |
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Alte Bundesländer Frauen |
450 |
440 |
420 |
410 |
info-sd.de
Weil nun die DDR aber trotz aller Sozialismus-Schwierigkeiten teilweise ein Rechtsstaat blieb, konnte auch die Wiedervereinigung zumindest rechtlich so leicht erfolgen. In Russland oder China musste zwar auch auf die Marktwirtschaft umgestellt werden, um nicht laufend Hungersnöte ausbrechen zu lassen, aber ein schneller Weg in eine rechtsstaatliche Demokratie würde viele Täter vor Gericht bringen. Sie müssen zunächst noch geschützt werden - beziehungsweise schützen sich noch selbst. So einfach ist es eben nicht vom Sozialismus wegzukommen – auch nicht von einem anfänglich demokratischen.
20 Jahre nach der Wiedervereinigung ergab eine in der der Zeitung "Die Zeit" vorgestellte Langzeitstudie einen Zerfall des Wir-Gefühls in Ostdeutschland. Die gesellschaftlichen Gruppen ständen jetzt, wie im Westen, nur noch wie Säulen nebeneinander: Gewinner, Verlierer, Rentner, Unternehmer etc. (epd 3. 3. 10 in HA). Alle Finanz-Probleme schienen gelöst, wenn nicht neue und schlimmere kommen.
Zuletzt: Zu den nachträglichen Faschismuskosten und Untergangskosten des "3. Reiches" gehörten der fast völlige Neuaufbau Westdeutschlands, der Lastenausgleich für die Vertriebenen, die Wiedergutmachung für geschädigte Personen und Völker - sowie die Reparationen an die Siegermächte. Doch neue Probleme sind im Anmarsch, an deren Lösung rechtzeitig gearbeitet werden sollte.
Ist geistiger Selbstmord intellektuell? (DE 4.4)
Der Fachismus und der der Sozialismus waren untergegangen, obwohl beide Ismen nach Meinung der Befürworter intellektuell durchdacht und begründet waren. Ähnlich nennen sich auch die Atheisten meistens intellektuell. Sie begründen ihre Kritik an dem Gottesglauben des Christentums mit ihrem Verstand und dem "Alten Testament", obwohl das Christentum auf dem NEUEN TESTAMENT gründet. Um den Islam machen sie dann meistens einen Kritik-Bogen und werfen Islamkritikern in Debatten sogar zum Teil Fundamentalismus vor.
Nach dem Mauerfall und der neuen deutschen Einheit hießen deren Grundlagen: Einigkeit und Recht und Freiheit. Die sozialistische Unterdrückung der Freiheit beschrieb die 2009er Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eindringlich als Unterdrückte in Rumänien. Im Iran wird offensichtlich im Namen des Islam an ähnlicher Unterdrückung gearbeitet, in Afghanistan lassen deutsche Soldaten im Kampf gegen die Islamisten und für die westliche und christliche Freiheit ihr Leben. Dort, im Irak, in Pakistan und anderen Ländern kommen fast täglich Menschen durch islamistischen Glaubensterror um. In Deutschland wurde im März 10 die Sauerland-Gruppe verurteilt. Und trotzdem scheinen immer wieder Personen gegen die Einheit, das Recht und die Freiheit arbeiten zu wollen, indem sie sich an die Seite derer stellen, die möglicherweise das Recht und die Freiheit, vielleicht sogar das Leben bedrohen. - Woher kommt das?
Die Schriftstellerin Monika Maron (sie kam 1968 aus der DDR in den Westen) nannte die Verunglimpfung von Islamkritikern "Unsinn" und erinnerte sich (in DER SPIEGEL 4/2010) an ihre Erläuterung der DDR-Verhältnisse in Hamburg vor vielleicht ähnlichen Personen. Denn sie nannte Ihre Überschrift: "Die Besserfundis".
Als Sie kurz nach dem Fall der Mauer im Hamburger Institut für Sozialforschung die deutsche Einheit für wünschenswert erklärte, erntete sie Hohngelächer und empörte Blicke. Der Gegner war sie und nicht ein diktatorischer Staat. "...Die Verbündeten der westdeutschen Linken wurden auch im Prozess der Vereinigung nicht die ostdeutschen Regimekritiker...." schrieb sie.
"Damals ging es nicht um Religion und eine fremde Kultur, aber auch damals ging es darum, die Deutungshoheit an einem Konflikt, an dem man nur mittelbar beteiligt war, an sich zu reißen und an den eigenen Interessen auszurichten. Im Fall der deutschen Vereinigung waren die Motive noch offenbar: Die einen wollten wenigstens den Schatten ihrer Utopie bewahren..."
"Im Fall des Islam und seiner Kritiker fällt die Diagnose schwerer...." - Und gleich zu Beginn ihrer Erinnerung an die Verdrehung der Tatsachen durch die westdeutschen Linken nach der Vereinigung, erkannte sie ähnliche Verdrehungs-Denkmodelle bei den Kritikern von Islamkritikern, wenn sie schrieb, dass derejenige, der die Toleranz verteidigt als intolerant hingestellt wird, da wird "pathetisch das Kopftuch gegen die Meinungsfreiheit" verteidigt. Und "in der 'taz' wird Necla Kelek und mit ihr der gesamte Feminismus in die Nähe der Nazis gerückt."
Frau Maron wunderte sich: "Warum gilt die Aufklärung plötzlich als fundamentalistisch? Warum werden die westlichen Werte am liebsten in Anführungszeichen gesetzt? Warum wird vom christlichen Fundamentalismus gesprochen...?"
Und wenn sie Thomas Steinfeld zitierte mit: "Wer die Grundbegriffe der Demokratie behandelt, als wären sie Glaubensartikel...". Dann antwortete sie darauf mit: "Nun sind in Westeuropa die Grundbegriffe der Demokratie keine Glaubensartikel..., sondern Gesetz, zu dem man sich nicht bekennen, aber das man befolgen muss, wenn man hier lebt. Dazu gehören die Meinungsfreiheit, auch Religionsfreiheit, die Selbstbestimmung des Individuums, eine weitgehende Trennung von Kirche und Staat und die Gleichstellung der Frau."
...Es geht in der Debatte also garnicht um den Islam und seine Kritiker, sondern es geht um uns, um unser Vertrauen in die Demokratie und unser Recht, auf Gesetzen und einer Lebensform zu bestehen, die in jahrhundertelangen Kämpfen gegen staatliche und klerikale Despotien erobert wurden.
...Wären die kämpferischen Kritiker der Islamkritiker in einer islamischen Kultur aufgewachsen, wie Necla Kelek, oder hätten sie, wie ich, den größten Teil ihres Lebens in der DDR verbracht, wären ihnen die westlichen Werte, bei all ihrer Unvollkommenheit, vielleicht wertvoller."
Als säkulare Muslimin verteidigte die Islamwissenschaftlerin und Autorin Necla Kelek die Demokratie und Freiheit. Sie sagte im Interwiev (HA 1. 12. 09), dass für die Muslime die Minarette, das Kopftuch oder das öffentliche Beten eine Machtdemonstration sind. Die ersten Minarette waren die Türme von eroberten Kirchen. Und in ihrem Buch "Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam" (bei Kiepenheuer & Witsch) schrieb sie, dass Demokratie und Islam nicht zusammenpassen. - Im im später ausführlich beschriebenen SPIEGEL-Bericht hieß es: "Der real existierende Islam in seinen vielen Facetten hat seine grundlegende Reformation noch vor sich."
Klerikale Despotien gab auch in Europa, genau wie heute noch beim Islam. Gerade die klerikalen Entgleisungen, wie die Inquisition beispielsweise, sind ein Hauptargument von Christengegnern. Der christliche Glaube verbreitete sich aber nur deshalb so schnell, weil Jesus die Güte, gegenseitige Hilfe und die Gleichberechtigung predigte. Die klerikalen Entgleisungen waren und sind also unchristlich. Darauf wollte Luther hinweisen und darum unterblieben nach seiner Reformation in der evangelischen Kirche auch weitgehend sexuelle Fehltritte, wie sie gerade in jüngster Zeit öffentlich wurden. Das reformierte Christentum ist also Grundlage unserer westlichen, freiheitlichen Kultur und der Geichberechtigung. Siehe dazu auch "Glaube + Bildung": Von der Bibel zur Bildung.
Diese Rechte und diese Freiheit passen allen totalitären Ideen, deshalb auch allen sozialistischen, und allen, die die Frau als Untertan sehen wollen, nicht. Mitstreiter bei uns können die Zukunft verhindern, arbeiten gegen einen Teil unserer Gesetze, auch gegen das Gleichstellungsgesetz. Diese Freiheit des Geistes und der Gleichberechtigung suchen besonders in islamischen Ländern auch viele Frauen, wie die am 11. 3. 10 angelaufene Tragödie "Die Fremde" zeigt. "Wie viel Eigenständigkeit lässt eine türkische Familie zu? Und wie weit geht sie um ihre "Ehre" zu verteidigen", schrieb dazu Karolin Jacquemain im Hamburger Abendblatt (10. 3. 10).
Nach dem "Pinguin-Prinzip" am Schluss von "Deutsche Zukunft" können wir nur zusammen, vor dem Hintergrund unserer friedlichen, freiheitlichen und christlichen Kultur, überleben.
Die kulturelle Einheit (DE 4.5)
Henryk M. Broder schrieb (in DER SPIEGEL 10/2010) dass es der nordkoreanische Diktator Kimm II Sung so sehr der Grünen-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Frau Luise Rinser, angetan hatte, dass sie am liebsten in seinem Reich geblieben wäre.
Den 1. Platz auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex 2010 belegte zum 8. Mal wieder das von Frau Rinser angeblich so geliebte Nordkorea. Christen droht dort Gefängnis, Arbeitslager oder Hinrichtung. Es wurden, nach dem Bericht von Open-Doors, schreckliche Folterarten gegen verhaftete Christen angewandt. Eine fast ähnliche Kultur der Verfolgung erlebten und erleben wir immer wieder in faschistischen, sozialistischen und islamistischen Staaten.
Broder bringt dazu das Beispiel: "Die Affinität kritischer Intellektueller zu totalitären Systemen ist kein neues Phänomen. Halldor Laxness hat die stalinistischen Exzesse verteidigt, Egon Kirsch war vom kulturellen Leben in der Sowjetunion begeistert." Und Broder beendet sein Essay mit: "Heute sind es die armen, verfolgten Muslime, die vor dem Furor der 'Islamkritiker' beschützt werden müssen. Der Vormund hat wieder ein Mündel gefunden. Tolerant ist, wer der Intoleranz das Wort redet."
Die Organisation Open Doors stellt jährlich eine Rangliste jener 50 Länder zusammen, in denen Christen besonders verfolgt werden. Erfasst werden Berichte über Tötung und Folterung von Christen sowie Gefängnisstrafen, aber auch Repressionen, wie Vertreibungen, Entzug der materiellen Grundlagen oder die Einschränkung von Ausbildungsmöglichkeiten. Auf der Karte der Rangplätze 11 bis 50 ist beispielsweise auch die Türkei dabei (in www.opendoors-de.org, Bericht in DER SPIEGEL 8/2010). Diese Christenverfolgungen finden vorwiegend in islamischen Ländern statt. Nachfolgend dazu einige dieser Länder, außer dem kommunistischen Laos alle islamisch, mit den Plätzen: Iran (2), Saudi-Arabien (3), Somalia (4), Malediven (5), Afghanistan (6), Jemen (7), Mauretanien (8), Laos (9), Usbekistan (10).
Armin Laschet rief als NRW-Integrationsminister Ende Februar 2010 anlässlich des ersten "Tages der bedrängten und verfolgten Christen" zur weltweiten Religionsfreiheit auf. Christen stellen etwa 80 % aller weltweit religiös verfolgten (epd in HA 1. 3. 10). Die 22 Landeskirchen der evangelischen Kirche erklärten darum den 28. Februar zum Tag der bedrängten und verfolgten Christen. Ein Beispiel dazu: Von den 1,4 Millionen Christen im Irak des Jahres 1987 sind knapp 400.000 dort übrig geblieben (in DER SPIEGEL 8/2010).
Unter www.nachhaltige-ökonomie.de werden unter Wachstumsgrenzen zusätzliche Tatsachen wiedergeben, auf die besonders "Weckrufer" wie Sarrazin und Buschkowski hinwiesen.
Die Frage lautet, wollen wir eine kulturelle Einheit auf christlicher Grundlage erkennen und sie auch geistig verteidigen, oder wollen wir uns dem gerade in Europa eher mittelalterlichen Islam anpassen?
Es gibt schon Kirchenaustritte aus Protest gegen vielleicht wirklichkeitsfremdes Verhalten gegenüber dem Islam, der mit nur rund 5 % Bevölkerungsanteil möglicherweise nicht sich integrierend sondern dominierend tätig sein will und vielleicht muss. So gingen auf die Interview-Aussage einer Bischöfin: „Muezzin-Ruf wäre vorstellbar“ (in HA 19./20. 12. 09) seitenweise Leserbriefe ein, wie beispielsweise: „Zu fragen ist, ob sie und unsere großen beiden Kirchen…noch nicht bemerkt haben, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Christen vom Islam überholt sein werden? Es hat den Anschein, dass führende kirchliche Würdenträger dabei noch den Steigbügel halten (M. W. in HA 22. 12. 09).
Roland Preuß beschrieb unter der Überschrift "Die Faust zum Gebet" (Süddeutsche Zeitung Nr. 126 2010), dass muslimische Jugendliche, und hier mit 10,2 % besonders die sehr religiösen, äußerst gewaltbereit seinen (sehr religiös christliche nur zu 4,3 %). Gleich nach Veröffentlichung der Studie forderte der Zentralrat der Muslime, die Ursachen genauer zu analysieren. "Es fehlt die seriöse Expertise über die Ursache des Phänomens", sagte der Generalsekretär Mazyek dazu der FAZ (dpa 8. 6. 10 in HA). Zu dieser Analyse müssten allerdings auch die oft in türkischer Sprache abgehaltene Arbeit in den Koranschulen und Moscheen genau analysiert werden. Diese Untersuchung könnte beispielsweise der Zentralrat selbst leisten. Der nachfolgend genannte und sehr offen sprechende Iman schied dies aber, vielleicht vorsichthalber, völlig aus.
Der Verfasser dieses Essays sprach zu diesem Thema, dass sicher eine Mehrheit der Deutschen bewegt, kurz vor Veröffentlichung der genannten Untersuchung mit dem Iman und muslimischen Theologen Abu Ahmed Yakobi im Rahmen einer Veranstaltung "Kultur statt Gewalt" - und sehr eingehend noch hinterher. Jakobi ist Dialogbeauftragter der "Schura" dem "Rat der islamischen Gemeinden in Hamburg e. V.", der 42 Moscheegemeinden und islamische Verbände in Hamburg vertritt (www.schurahamburg.de ). Allein diese Anzahl ist beachtenswert. Jakobi trug vor, dass die europäische Leitkultur, auch des Christentums und des abendländischen Humanismus von ihnen nicht in Frage gestellt werden würde.
Während der türkischstämmige Autor Kerim Pamuk in der Debatte zur erheblich höheren Gewaltbereitschaft vor allem türkischer Jugendlicher die Familien, Koranschulen und Imane mit für die Macho-Allüren verantwortlich machte, sagte Yakobi auf Befragen zu diesem Thema, dass die Gewalt durch die Macho-Erziehung in den Familie und Herkunftsländern käme und diese Jugendlichen und deren Eltern auch kaum Moscheegänger seien (dies widerlegte aber die genannte Untersuchung).
Das Wort Integration lehnte der Iman als deutsche Erfindung ab. Zur Feststellung eines Pastoren, nach früherer Integrationsarbeit seiner Gemeinde, dass der Islam nur die Integration des Christentums in den Islam meine, sagte er jedoch lieber nichts. Die Burka lehnte aber auch er als frauenfeindlich ab und ebenso islamistische Morde.
Er erzählte sodann von der Schwierigkeit der Jugend, sozusagen zwischen den Kulturen aufzuwachsen. Seine Töchter wären nach dem Abitur plötzlich mit einem Kopftuch herum gelaufen, obwohl er dies nicht für nötig und gut hielt. Eine jüngere Kopftuchträgerin erläuterte, dass sie damit ihren Körper bis zur Hochzeit auch nach außen für sich behalten wolle. Im Koran sei das Kopftuch zwar nicht gefordert, aber zweimal erwähnt, dass es für die Frauen schon gut sei. Sie meinte außerdem, und der Iman meinte dies auch, dass das Kopftuch wegen der Religionsfreiheit überall in Deutschland, also auch auf der Arbeit, getragen werden dürfe.
Wer hat Recht? – 7 Autoren bearbeiteten in DER SPIEGEL 52/2009 (zu Weihnachten) das Mit- oder Gegeneinander von „ISLAM UND CHRISTENTUM“ unter der Titelfrage „Wer hat den stärkeren Gott?“ Zu Beginn der Ausführungen wird auf die Gefahren durch die Heißblütigen beider Religionen hingewiesen, an die Wahhabiten und deren Anschlag auf das Word Trade Center wird dabei erinnert. Wenige Tage nach Erscheinen des beschreibenden SPIEGELs bekannte sich Al Kaida zum Anschlagsversuch am 25. 12. 09 (Christmas) durch den das "Märtyrertum" anstrebenden Umar Faruk auf ein Flugzeug nach Detroit.
Zu bemerken wäre noch, dass beide nach dem Alten Testament den gleichen Gott haben. Dass Christus als Religionsgründer des Christentums aber nur die Güte, Nächstenliebe und Gleichberechtigung predigte, seine Kraft selbst zum Heilen der Kranken einsetzte. Dass der Islam sich durch den Religionsgründer Mohammed im meistens zuvor christlichen Gebiet rund um das Mittelmeer und Kleinasien nur gegen das Christentum und zu dessen Lasten durchsetzte. Unter www.ethisches-verhalten.de kann die Christenverfolgung, hauptsächlich durch den Islam, nachgelesen werden. Und andererseits auch die christliche Nächstenliebe am Beispiel eines Mecklenburger Pastoren, der das Ehepaar Honnecker aufnahm, obwohl er und seine Familie in der Zeit davor erheblich unter dem Honnecker-Regime leiden mussten.
Christentum oder Anpassung an den Islam? (DE 4.6)
Der SPIEGEL-Bericht "Islam und Christentum" machte durch die Besprechung auch Hauptprobleme der Integrationsmöglichkeit sichtbar, die möglicherweise von der Politik nur schwer oder kaum berücksichtigt werden können. Darum sollen wichtige Tatsachen zusammengefasst nachfolgend gegenüberstellend wiedergegeben werden. Im SPIEGEL-Bericht hieß es einleitend unter anderem: „Die Auseinandersetzung mit dem Glauben seiner Zuwanderer scheint gar einen ganzen Kontinent in eine Identitätskrise zu stürzen.“
Wachstumsgrenzen der Integration? (Ein Ausschnitt)
Quellen jeweils am Schluss. Bei *) in DER SPIEGEL 52/2009 (zu Weihnachten)
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GG |
Christentum |
Islam |
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Gotteshäuser |
3 |
Bei Kirchtürmen war der Höhendrang im Mittelalter Ausdruck des damaligen Jenseitsstrebens oder auch Zeichen weltlichen Stolzes (BH-Enzykl.) - Kirchliche Anlässe und auch Zeitanggaben (Uhr) oder Arbeitsbeginn erfolgten dann vom Turm über Glocken. |
„Noch zu Lebzeiten hat Mohammed Verträge mit arabischen Stämmen geschlossen, in denen das Christentum Fuß gefasst hatte. Es waren Modellverträge für spätere Fälle. Zwar dürfen Christen ihren Glauben praktizieren, doch schon damals sollten sie auf den Neubau von Kirchen verzichten. Es gibt im Islam keine Gleichberechtigung der Religionen, es kann sie nicht geben.“ *) - Ein Minarett ist kein Symbol des Glaubens, sondern Ausdruck der Machtausübung (M. W. in HA 22. 12. 09). Vom Minarett ruft möglichst der Muezzin 5x am Tag zum Gebet. |
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Grundlage |
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„Die Bibel ist, anders als der Koran, Gottes Wort in Menschenwort. Sie erzählt Geschichten vom Bund Gottes mit den Menschen. Daher muss jeder Satz der Bibel in den meisten christlichen Kirchen interpretiert werden. …Der Mensch ist verantwortlich…“. *)
Grundlage des Christentums ist das NEUE TESTAMENT |
„Für die Muslime…hat Gott sich nie aus der Welt zurückgezogen. Der Gläubige trifft keine Entscheidung ohne Rückversicherung bei Allah. ‚ Jeden Tag hat er mit einem Anliegen zu tun’, sagt Sure 55:29. …Der Islam gibt Gewissheit: Wenn ich das Glaubensbekenntnis ablege, fünfmal täglich (gen Kaaba in Mekka gerichtet) bete, einmal im Leben nach Mekka pilgere, die Fastenzeit einhalte und den Sakat, das Almosen, spende, müsste das für Glück und eine Chance auf das Himmelreich reichen…. Wenn der Gläubige am Jüngsten Tag vor Allah bestehen will, muss er jede…. Lebensregung am Koran überprüfen. Ihm dabei Hilfe zu leisten, ist Aufgabe des Mufti“. *) Grundlage ist der (wunderschöne) Koran. |
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Demokratie
Eigen-
Verantwortung |
20 |
„Das westliche Demokratieverständnis beruht auf der Vorstellung des autonomen Individuums.
…christliches Suchen… Teilhabe an der Verantwortung für die Schöpfung…“ *) |
„Für die islamische Welt…steht dagegen die Gemeinschaft im Zentrum, nicht der Einzelne. Familie Klan, Sippe, Stamm und letztlich die Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen. Die Freiheit des Individuums verwirklicht sich allein im Islam.“…islamische Sicherheit…handfeste Anleitung für den Alltag… *) |
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Religionsfreiheit
Persönliche
Freiheit
Burka |
4
2 |
"Von der Freiheit eines Christenmenschen"*) – sie ist für ihn selbstverständlich.
Gleichstellung für Frauen und Männer sind nach dem christlichen NEUEN TESTAMENT vorhanden. |
„Für Muslime ist es daher eigentlich gar nicht vorstellbar, aus der Glaubensgemeinschaft auszutreten, um etwa Katholik zu werden…Die meisten Muslime halten den Wechsel der Religion, die Apostasie, für eine schwere Sünde. Viele Islamgelehrte sehen dafür die Todesstrafe als angemessen an, so in Saudi-Arabien und in Afghanistan.“ *)
"Die Burka ist ein Ganzkörpergefängnis, das die Menschenrechte tief verletzt" sagte die Publizistin u. einstige SPD-BdB Lale Akgrün der FR. "Es wäre ein wichtiges Zeichen, die Burka in Deutschland zu verbieten."...(29. 1. 10 epd in HA). |
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Geistesfreiheit |
20, 2, 3, 4
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„Von der Freiheit eines Christenmenschen wissen Europäer eben schon seit der Reformation.“ *)
Siehe auch Glaube + Bildung bei www.soziales-deutschland.eu |
„ Der Islam hat einen ‚absoluten Wahrheitsanspruch’, schreibt der deutsche Koranexperte Tilman Nagel. Wer das nicht einsehen will oder kann…, der hat sich selbst von Allah entfernt. - In islamischen Gesellschaften wird immer noch und von Kindheit an Gehorsam gelehrt, nicht die Suche nach Wahrheit durch eigene Erfahrung oder Nachdenken.“ *) |
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Ausbreitung
(und teilweise Ansprüche daraus) |
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1900 (34,5 %) d. Welt-
1970 (33,5 %) bevölkrg.
1990 (33,2 %)
2007 (33,3 %)
2025 (33,5 %) Prognose |
1900 (12,3 %) - der Weltbevölkerung *)
1970 (14,5 %)
1990 (18,3 %)
2007 (21,0 %)
2025 (22,8 %) Prognose *) S. 105
Kenan Kolat, Vors. d. Türkischen Gemeinde in Deutschland forderte einen schulfreien muslimischen Feiertag (13. 10. 09 in Bild).
Jussuf al-Qaradhawi, einer d. Chefideologen d. arabischen Welt forderte Weihnachten zu verbieten. Er sagte bei einer Preisverleihung: „Es gibt Anzeichen für den kurz bevorstehenden Sieg des Islam.“ Die islamische Nation sei bereit, den Platz der dunklen und vor dem Fall stehenden westlichen Kultur einzunehmen (ryb in HA 24. 12. 09). Sein Video a. b. Spiegel-online. |
In Spalte 2 sind Artikel der deutschen Verfassung genannt, die möglicherweise mit Glaubensgrundsätzen des Islam nicht vereinbar sind. Erst kommt wohl sicher der Glaube mit den Anweisungen des Mufti, dann die Staatsangehörigkeit, (z. B. türkische) - und zuletzt erst kommen deutsche Gesetze und vielleicht oder nicht die Integration.
Ein Hauptproblem ist für die Zukunft, ob wir ein soziales Deutschland finanziell überhaupt beibehalten können. Und wie können sich Muslime in dieses Deutschland sozial einordnen ohne die Gesetze zu überschreiten. Im SPIEGEL-Titel 52/2009 wird am Schluss der Fernsehprediger Schughairi mit, "die Religionen sind für die Menschen da, nicht umgekehrt", zitiert. Und zuvor heißt es in dem Bericht: "Der real existierende Islam in seinen vielen Facetten hat seine grundlegende Reformation noch vor sich. Er muss eine Haltung finden zum Pluralismus und zur Rolle der Frau, um in der Moderne bestehen zu können."
Vielleicht geht es zumindest bei der Rolle der Frau der katholischen Kirche nach den bekannt gewordenen Schüler-Missbrauchsfällen ähnlich, wenn der Hamburger Weihbischof Jaschke die Pflicht zum Zölibat infrage stellt (in HA 13./14. 3. 10).
Christenverfolgung später auch in Europa? (DE 4.7)
Die Tagesschau brachte auf www.tagesschau.de am 26. 12. 2011 Berichte über die Christenverfolgung, vor allem des Atoren Pick. Zur Person:
"Ulrich Pick war von 2006 bis 2011 ARD-Korrespondent in Istanbul. Sein Berichtsgebiet umfasste neben der Türkei auch Griechenland, Iran und Zypern. Jetzt arbeitet er in der Redaktion Religion, Kirche und Gesellschaft beim SWR in Mainz. Der Theologe hat ein besonderes Interesse am islamischen Kulturkreis."
Aktuell lautete die Weihnachtsmeldung:
"Anschläge auf Kirchen in Nigeria:
Gibt es eine weltweit wachsende Christenverfolgung? Wie überraschend waren die Anschläge auf nigerianische Kirchen mit mehr als 40 Toten an Weihnachten?
Jeder Anschlag kommt natürlich überraschend. Aber es gab ja bereits vergangene Weihnachten Anschläge gegen Christen in Nigeria. Und im Laufe des Jahres sind mehr als 500 Personen bei Anschlägen der terroristischen Gruppe Boko Haram ums Leben gekommen - darunter viele Christen. So gesehen war man gewarnt.
Wer steckt hinter der Sekte Boko Haram?
Boko Haram heißt in der Haussa-Sprache "nichtislamische Erziehung verboten". Hier ist der Name Programm. Die Sekte, die vor zehn Jahren gegründet wurde, will in Nord-Nigeria ein Kalifat aufbauen, in dem eine sehr strenge Auslegung der Sharia gelten soll. Geleitet wird Boko Haram von einem Rat (Shura) von 20 Männern und diese pflegen auch Kontakte in die Nachbarländer Tschad und Kamerun. Zudem soll es Hinweise auf grenzübergreifende Dschihad-Bewegungen geben, der auch die Al Kaida im Islamischen Maghreb in Mali und Niger sowie die Al-Shabab-Miliz in Somalia angehören sollen.
Kann man von einer weltweit wachsenden Christenverfolgung reden?
Übergriffe auf Christen scheinen in der Tat zu wachsen. Aber man sollte vorsichtig sein mit dem Begriff "Christenverfolgung". Ich würde von "Christenverfolgung" nur sprechen, wenn Christen wirklich um Leib und Leben fürchten müssen. Das gilt nicht nur in Nord-Nigeria und Somalia, sondern auch für den Irak und Pakistan. Gerade in den beiden letztgenannten Ländern ist die Perspektive ungünstig. Hintergrund sind hier die USA, die ihre Soldaten aus dem Irak abgezogen haben, womit die Gefahr eines Bürgerkrieges steigt. Und das Verhältnis Washingtons zu Pakistan wird immer miserabler. In beiden Ländern herrscht deshalb ein guter Nährboden für anti-westliche - und das heißt anti-christliche - Vorurteile.
Wie frei können Christen im Orient ihre Religion ausüben?
Hier muss man genau hinschauen, Pauschalisierungen helfen niemandem. In Afghanistan und Saudi-Arabien ist es beispielsweise nicht erlaubt, Kirchen zu bauen. In Syrien und im Libanon hingegen leben Christen bislang recht unbehelligt. Wobei die Lage in Syrien zunehmend schwieriger wird. Christen genossen zwar bislang gewisse Freiheiten, geraten aber zunehmend in die Zwickmühle. Man weiß einerseits um das brutale Vorgehen von Präsident Baschar al-Assad gegen Kritiker, gleichzeitig haben Christen Angst, dass nach dem Fall des Regimes islamische oder gar islamistische Gruppen an die Macht kommen könnten, was eine Verschlechterung für sie bedeuteten könnte.
Wie ist die Lage im Iran?
Der Iran ist in diesem Punkt ein schwieriges Land. Auf der einen Seite haben im Iran die einheimischen Christen drei feste Sitze im Parlament (zwei Armenier und ein Assyrer). Das ist eine Besonderheit. Auf der anderen Seite steht Missionierung unter Strafe. Und wenn ein Muslim zum Christentum konvertiert, kann dies sogar die Todesstrafe nach sich ziehen, weil er als "Abtrünniger" gilt. Im Iran sind derzeit zahlreiche evangelisch-freikirchliche Christen im Gefängnis, weil sie - wahrscheinlich bewusst - den Konflikt mit dem iranischen Gesetz in Kauf genommen haben und missioniert haben.
Was sollten die Regierungen in den orientalischen Ländern zum Schutz der Christen unternehmen?
Sie könnten beispielsweise dem Christentum nicht nur Minderheitenrechte gewähren, sondern die Religionen egalitär behandeln. Dadurch würde der Islam immer noch dominant bleiben. Unsere Politiker sollten übrigens bei ihren Reisen deutlicher als bisher auf einen Schutz der orientalischen Christen drängen.
Worauf sollten Christen achten, wenn Sie in mehrheitlich nicht-christliche Länder reisen?
Sie sollten auf die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes achten, gleichzeitig aber sollten sie auch versuchen, Kontakt zu Mitgliedern anderer Religionen suchen. Das erweitert nicht nur den eigenen Horizont. Es hilft auch Vorurteile abzubauen - das sind bei uns Ängste vor dem komplett gewalttätigen Islam und bei den Muslimen Zerrbilder eines geld- und machtgierigen Westens, der mit dem Christentum gleichgesetzt wird." - Soweit www.tagesschau.de und die Beantwortung der Fragen durch den Fachmann und Korrespondenten Pick.
Ergänzend veröffentlichte Open Doors, die Hilfsorganisation 'im Dienst der verfolgten Christen weltweit, zum Weihnachtsfest 2011 wieder die Rangliste der Länder des Verfolgungsindex: 1. Nordkorea, 2. Iran, 3. Afghanistan, 4. Saudi-Arabien, 5. Somalia, 6. Malediven, 7. Jemen, 8. Irak, 9. Usbekistan, 10. Laos. - Und: 100 Millionen Christen werden weltweit verfolgt. Die Karte zeigt dann zusätzlich Länder in denen etwas weniger, aber auch, verfolgt wird. Dazu gehören alle nordafrikanischen Länder, der Sudan, die Türkei, China etc. - www.opendoors-de.org .
In Europa treten immer mehr Personen aus den christlichen Kirchen aus, auch um Geld zu sparen, während beispielsweise die Türkei über 800 Moscheen und dern Imame allein in Deutschland bezahlt. Während beispielsweise in Berlin-Neukölln türkische Familien mt vielen Kindern ohne Arbeit meistens mehr Geld verdienen als mit Arbeit - und dies wohl klugerweise auch ausnutzen. Es lässt sich ausrechnen, wann Europa muslimisch wird - und auch hier - wie lt. Open Doors auch in der Türkei - die Christen z. T.- verfolgt werden. Schon 2011 sprach das Familienministerium von über 3000 Zwangsheiraten jährlich (in DER SPIEGEL 51/2011). Das Recht wird wohl langsam ausgehöhlt.
Ein erneuter Sozialismus als Ausweg? (DE 4.8)
Monika Maron beschrieb bereits ihre Verwunderung über "den Schatten einer Utopie", genannt Sozialismus. Doch je mehr Schwierigkeiten bei einer immer undurchsichtiger werdenden Marktwirtschaft sichtbar werden, desto mehr taucht die Utopie Sozialismus wieder auf.
Der frühere DDR-Bürgerrechtler Markus Meckel beklagte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" einen "Trend zur Verharmlosung und Glorifizierung der DDR". Er war "sprachlos" (apn in HA 17. 3. 10) angesichts des Umfrageergebnisses des Emnid-Instituts zum Sozialismus:
Solange für Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gesorgt wäre, könnten sich 80 % in Ost- und 72 % in Westdeutschland sogar einen Sozialismus vorstellen, wie Bild (16. 3. 10 in HA) berichtete.
Den Wert Freiheit nannten dabei nur 28 % der Ost- und 42 % der Westdeutschen als wichtiges politisches Ziel, 23 % der Ost- und 24 % der Westdeutschen fanden, es sei "manchmal wünschenswert, es gäbe die Mauer noch", und immerhin 15 % der Ost- und 14 % der Westdeutschen fanden bezüglich der Mauer: "Etwas besseres könnte gar nicht passieren."
Sicher ist nach über 20 Jahren Vergangenheit der Sozialismusdiktatur vieles vergessen, vieles wird beschönigt, und viele hatten ja auch im Sozialismus Zusatz-Vorteile.
Wegen der Marx-Fehler wurde jeder gebraucht und Hartz-VI Empfänger, die nicht arbeiten wollten gab es auch nicht. Zur Not gab es dann ja auch Gefängnisse, denn Arbeit gab es, schon wegen der geringen Produktivität, genug.
Weil jeder gebraucht wurde, stand auf Republikflucht der Kerker, und wer trotzdem über die Grenze wollte, der konnte auch schon mal dabei erschossen werden, gleichgültig, ob Kind, Frau oder Mann. Alle verdienten nur rund 1/4 von Hartz IV, aber das fiel nicht auf, weil es ja kaum etwas zu kaufen gab. Und alle waren deshalb, nach der heutigen Armutsdefinition reich. Rentner bekamen noch viel weniger, durften gerne ausreisen und aus Einsparungsgründen möglichst dann gleich im Westen bleiben. Dort schenkte ihnen die Westregierung auf Steuerzahlerkosten 100 € Begrüßungsgeld, sie blieben dann zuerst immer den ganzen Tag im Kaufhaus, um zu staunen.
Das Umfrageergebnis hat oft nichts mit der Einheit Deutschlands und der Einigkeit der Deutschen zu tun. Die Wahlergebnisse der NPD im Osten weisen auch auf die Fremdenangst hin, die sich langsam überall in Europa breitmacht. "Sowas gab es im Osten früher nicht. Da herrschte noch Ordnung. Und Arbeitslosigkeit und Kriminelle gab es auch nicht", sagen und sagten viele Ostdeutsche, nicht völlig zu Unrecht. Die auch zuvor bei der Migranten- und Arbeitskräfteintegration gezeigten Probleme müssen eben gelöst werden (siehe später bei "Deutsche Zukunft").
Viele Westdeutsche meinen vielleicht, dass ohne die vielen Zahlungen an den Osten die Finanzkrisen-Schulden hätten bezahlt werden können. Allen ginge es dann gut. Diese Schulden zeigen aber gerade das Versagen des Sozialismus. Wegen der dann auch fehlenden Gewaltenteilung führt er zuletzt immer in die Diktatur.
Stattdessen brauchten wir vielleicht mehr Demokratie: Abgeordnete der EU und des Bundestages müssten, entsprechend der Wirtschaft, weniger und nicht mehr Geld haben. Beispiel EU: Wenn die 736 EU-Abgeordneten für ihre rund 5.000 Mitarbeiter jeder pro Monat 17.864 € erhalten, wenn die Abgeordneten dies mit 1.500 € Zulage aufstocken, wenn die neue EU-Außenministerin mal eben 8.000 neue Mitarbeiter/innen braucht, dann lehnt dies fast jeder Wähler ab. Die Abgeordneten sammeln für ihre hohen Alterversorgungen gleichzeitig immenses Kapital an. Auch die der "Linken". Den Abbau hat die "Linke" aber nicht im neuen Parteiprogramm. Sie will stattdessen (auf S. 42) "kapitalistisches Eigentum überwinden". Sie kämpft "für einen Systemwechsel (zum alten Sozialismus), weil der Kapitalismus, der auf Ungleichheit, Ausbeutung und Konkurrenz besteht, mit diesen Zielen unvereinbar ist" (in K. Kammholz 20. 3. 10 aus Berlin in HA). Und damit auch für mehr Bürokratie.
Statt der Aufblähung der Ungleichheit durch die Bürokratie, brauchten wir vielleicht mehr Polizei und mehr Altenpfleger und 1.000 Ärzte mehr für die Bundeswehr (nach Rogge) und, und. Das Umfrageergebnis zeigte vielleicht auch eine Demokratiemüdigkeit an, die die Poltik und die Bürger gemeinsam beseitigen sollten. Aber nicht gegen die Verfassung, wie es vielleicht die Linke, oder Teile der Linken, anstreben. Siehe dazu auch: www.finanzkrisen-lexikon.de : "Reichensteuer".
Immer wieder taucht die Frage auf: Was ist sozial und gerecht? Die Kosten sind schon heute nicht mehr tragbar. Siehe hierzu auch www.nachhaltige-ökonomie.de . Doch dazu als Einstimmung:
Lincolns berühmte Rede vor dem US-Kongress (DE 4.9)
Die soziale Gerechtigkeit ist ein uraltes Thema, das bereits der frühere US-Präsident Abraham Lincoln in seiner berühmten Rede vor dem US-Kongress ansprach. Wenn wir nach dem Inhalt der Rede handeln, können wir es schaffen. "Wir können uns nicht erlauben, es nicht zu wollen".
Ihr werdet die Schwachen nicht stärken,
indem ihr die Starken schwächt.
Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen,
nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die sie bezahlen.
Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen,
indem ihr Klassenhass schürt.
Ihr werdet den Armen nicht helfen,
indem ihr die Reichen ausmerzt.
Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen,
wenn ihr mehr ausgebt als ihr verdient.
Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen
Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken,
wenn ihr dem Einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt.
Ihr könnt den Menschen nie auf Dauer helfen, wenn Ihr für sie tut,
was sie selber für sich tun sollten und könnten.
(Entnommen dem Geschenkbuch: Geschriebene Weisheiten III. vom www.Dialog-Verlag.de )
Am Schluss (vor der Selbstständigkeit) heißt es: „Wir können es schaffen, wenn wir wollen. Wir können es uns nicht erlauben, es nicht zu wollen.“
(Der frühere Bundespräsident Köhler 2005)
Zum nächsten Abschnitt: Sozial + gerecht?
Übersicht http://www.info-sd.de/